Hörenswerte Neuheit beim Massen-Stelldichein

In der weltkleinsten Hansestadt: Nun orgelt der Leierkasten

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Zum Biedermeier-Spektakel zeigen sich wieder reizende Damen wie Ortrud Doll aus Lüneburg (l.), Ute Siedenhans aus Berlin (M.) und Reiterin Silvia Ebeling aus Werben im Vorjahr.

Werben. „Mariechen saß weinend im Garten, im Grase lag schlummernd ihr Kind“ – solche und andere Biedermeier-Moritaten drehorgeln Rosi und Frithjof Grögler aus Renningen in Baden-Württemberg am Wochenende in der weltkleinsten Hansestadt.

Die Neuheit der zehnten Auflage des Publikumsspektakels im hohen Landkreis-Norden will aber nicht vordergründig auf die Tränendrüse drücken, sondern das Straßenmusikantentum der Biedermeier-Ära anno 1815 bis 1848, der sogenannten Vormärz-Zeit als Epoche des politischen Aufbegehrens, hörbar und zugleich erlebnisvoll unters Marktvolk bringen.

„Über eine wohlgefällige Spende für den Arbeitskreis Werbener Altstadt (AWA) freuen sich die Leierkastenleut“, erklärt AWA-Vorsitzender Werner Eifrig, der so etwas wie der Chef-Organisator der Werbener Biedermeier-Veranstaltungsreihe ist. Seit zehn Jahren stellen Einheimische, Zugezogene und Werben-Fans aus Nah und Fern am ersten Juliwochenende, zum dritten Advent sowie neuerdings am Tag des offenen Denkmals im September ein illustres Programm auf die Beine, das sich tausende Besucher aus der Region und darüber hinaus nicht entgehen lassen. Mehr als 35 Händler, Handwerker, Künstler, wie Schmiede, Tischler, Töpfer, Blaudrucker und Imker werden erwartet. Kutschierfreudige Gäste können auf der vierspännigen Königlich-Hannoverschen Postkutsche Platz nehmen, um stilvoll biedermeiergerecht Fahrt aufzunehmen.

Von Antje Mahrhold

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