Optimist mit einem „Glückstreffer“

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Hans-Erich Schulze (r.) gratulierte Bodo Moritz zum 70. Geburtstag und überreichte den Ehrenmeisterbrief.

STENDAL. Optimismus, Engagement und Lebensfreude – das trifft laut Kreishandwerksmeister Hans-Erich Schulze auf Bodo Moritz zu. Der Obermeister der Tischlerinnung feierte seinen 70. Geburtstag und bekam den Ehrenmeisterbrief. Von Berit Boetzer

„Jetzt bin ich doch etwas aufgeregt“, gab Bodo Moritz zu. Er zählt seit gestern 70 Lenze und das war allemal ein Grund zum Feiern. Als Kind in Röxe aufgewachsen, erlebte er Fliegeralarm und Bombenzerstörung. Prägend sei das Bild für einen Fünfjährigen, wenn die Mutter bitterlich weinend inmitten von Trümmern stehe, so der Jubilar. Als er 14 Jahre alt war, begann er seine Lehre als Tischler, ging anschließend als Geselle in den elterliche Betrieb. Bereits mit 21 Jahren hatte er seinen Meister in der Tasche. Als „Glückstreffer“ bezeichnete Moritz seine Frau Sigrid. Denn ohne starke Frau an seiner Seite, „wer weiß, was aus mir geworden wäre“. 1973 übernahm Moritz den Betrieb seines Vaters, gab diesen 2004 in die Hände des Schwiegersohnes. Die Firma existiert seit 65 Jahren und wird nun in dritter Generation geführt. Bodo, Tischlermeister, und Sigrid, Friseurmeisterin, sind stolz auf ihre Töchter Steffi und Silke, schließlich ist aus ihnen „was geworden“. Inzwischen sorgen die drei Enkel Lennart, Marthe und Sophie für Trubel. Übrigens war Lennart gestern auch ein Geburtstagskind. Rückblickend meinte Moritz, dass es schöne, aber auch schwere Jahre waren. „Uns wurde nichts geschenkt, alles haben wir uns hart erarbeitet.“ Aber beim Büfett sollten die Gäste kräftig zulangen, denn: „Ich habe 70 Jahre darauf gespart“.

Kreishandwerksmeister Hans-Erich Schulze würdigte Moritz vorbildliches Engagement. Er kümmerte sich um den Nachwuchs, saß viele Jahre dem Prüfungsausschuss vor. Seit 2001 ist er Obermeister der Tischlerinnung. Dass das Alter doch nur eine Zahl sei, darin waren sich die beiden 70-Jährigen einig. Schulze hofft, dass der Stendaler bei allerbester Gesundheit noch viele Jahren im Sinne der Handwerker wirken werde.

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