Straßenmusiker regelmäßig in Stendal / Gemeinsam seit sechs Jahren aktiv

Oft ohne Frühstück im Bauch

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„Billy the Kid“ (v.l.), der „Dave“ und „Red Shepherd Stone“ gehören durch das Jahr hindurch immer wieder zum Stendaler Stadtbild und leben den Blues.

Stendal. „Du musst dich oft durchboxen“, sagt Dave, wenn man als Straßenmusiker über die Runden kommen will. „Manchmal wollen dir Leute ans Leder. “ Und dann kann das „Durchboxen“ wörtlich genommen werden.

Wenn Menschen meinen, sich aus dem Gitarrenkoffer bedienen zu können, statt eine Spende zu hinterlassen. „Es ist harte Arbeit, wenn wir, ob Sommer oder Winter, bei Wind oder Minusgraden fünf Stunden an einem Ort sind und Musik machen. “ Manchmal muss das auch ohne Frühstück im Bauch funktionieren. Wenn das Geld für etwas Essbares erst am Nachmittag eingespielt ist.

Die drei Musiker, die dieser Tage in der Stendaler Innenstadt anzutreffen sind, nennen sich „Red Shepherd Stone“, „Billy the Kid“ und „Dave“. Knapp sechs Jahre schon treffen sie sich zum gemeinsamen Musizieren, wenn sie nicht allein oder in anderen Projekten aktiv sind. „Red“ ist schon seit 30 Jahren „on the road“, sagt Dave. Die beiden haben sich bei einer Jam-Session kennengelernt. „Ich habe viel in Sachen Improvisation von ihm gelernt.“

Die Improvisation auf der Gitarre oder auch auf der Mandoline ist meist in einem Solo gefragt. Komplett improvisierte Songs werden seltener gespielt. Das Herz hängt dann doch zu sehr am Blues und an den Hits von Bob Dylan, Jimi Hendrix, den Rolling Stones oder den Beatles. In Stendal sind sie oft und gern.

Aber auch in Rostock und Schwerin spielen die drei Straßenmusiker regelmäßig. „Wir werden aber auch auf der Straße angesprochen und gebucht.“ Da kann der Weg auch schon mal nach Luzern in der Schweiz führen.

Von Alexander Postolache

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