Von Woche zu Woche

Ist das nun gut oder schlecht?

Ist es nun gut oder schlecht, dass Katrin Kunert in Stendal für das Oberbürgermeisteramt kandidiert? Das kann man so und so sehen. Gut für den Wähler, weil er jetzt eine echte Auswahl hat. Und nur das ist wichtig.

Schlecht für die SPD, weil die Sozialdemokraten bislang glaubten, dass die Linken und ihre Sympathisanten ihren Kandidaten Reiner Instenberg unterstützen würden. Wobei man dazu sagen muss, dass Kunert Anfang dieses Jahres gesagt hatte, dass sie nicht kandidieren wird und Instenberg daraufhin bereits Mitte Januar seine Bewerbung bekannt gab.

Aber: Wer letztlich wen wählt, ist und bleibt geheim und keiner ist dabei an einen Parteienzwang gebunden.

Ob Kunerts überraschende Kandidatur nun für die CDU gut oder schlecht ist, mag man unterschiedlich bewerten. Klar, die 51-Jährige, die seit 2005 im Bundestag sitzt und auch ein Kreistags- und Stadtratsmandat hat, ist ein Zugpferd. Sie ist in ihrer Heimatstadt Stendal bekannt. Vielleicht hat Amtsinhaber Klaus Schmotz bisher darauf gesetzt, dass oft diejenigen wiedergewählt werden, deren Namen man kennt. Erfahrungsgemäß ist das so. Jetzt dürfte ihm schon ein wenig angst und bange werden, auch wenn er öffentlich nichts dazu sagt.

Andererseits kann sich Christdemokrat Klaus Schmotz die Hände reiben, denn nun ist klar, dass die Linken den SPD-Kandidaten Reiner Instenberg nicht unterstützen, wie vorher gemutmaßt worden war, weil sie ja nun eine eigene Kandidatin haben. So verteilen sich die Stimmen gegen ihn auf zwei Bewerber.

Ist das aber gut oder schlecht für CDU-Mann Schmotz? Wenn keiner der Bewerber im ersten Wahlgang am 21. Juni mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen holt, kommt es am 5. Juli zur Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen.

Wer das sein wird? Darüber wurde und wird in der Stadt seit dieser Woche viel geredet und spekuliert. Der 63-jährige Klaus Schmotz ist seit 2001 Oberbürgermeister in Stendal, man kennt ihn. Reiner Instenberg geht nach 2001 zum zweiten Mal als Oberbürgermeister-Kandidat in Stendal in den Wahlkampf. Er ist Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion – auch ihn kennt man in der Rolandstadt gut. Katrin Kunert aber auch.

Damit sind drei starke Kandidaten im Rennen. Einen Gewinner gibt es jetzt schon: die Demokratie. Denn der Wähler in Stendal hat wirklich eine Wahl.

Von Ulrike Meineke

Rubriklistenbild: © Agenturen

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