Fernsehteam dreht Spot für die Deutsche Fernsehlotterie in Meßdorf

Uwe Ochsenknecht spendet für Altmärker Wohnprojekt

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Die Bewohnerin des Integrativen Wohnprojektes in Meßdorf Bärbel Hinz (rechts) bereitet gemeinsam mit der Therapeutin Gudrun Albrecht süße Speisen für das Begegnungscafé vor.

Meßdorf. Im Integrativen Wohnprojekt in Meßdorf ist Integration nicht bloß eine Phrase, sie wird gelebt.

Entsprechend aufgeregt waren sowohl Bewohner als auch Mitarbeiter, als am Montag ein Filmteam eintraf und das ganze Gelände kurzerhand in ein kleines Filmset verwandelte.

Das Team der „nordicfilm“ dreht mit Christoph Lenz (2.v.l.) einen Fernsehspot für die Deutsche Fernsehlotterie.

Neben dem Geschäftsführer des Sozialtherapeutischen Zentrums Gut Priemern, Christoph Lenz, kamen auch Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung zu Auftritten vor der Kamera. Gedreht wurde ein zweiminütiger Fernsehspot für die Deutsche Fernsehlotterie. Zum Hintergrund: Vor knapp vier Jahren erspielte der Schauspieler Uwe Ochsenknecht in der Rateshow „Das unglaubliche Quiz der Tiere“ einen Betrag von 83 000 Euro für das Projekt in Meßdorf. Die Fernsehlotterie stockte die Summe auf insgesamt 227 626 Euro auf, durch die in einem alten Schulgebäude zehn alters- und befarfsgerechte Wohnungen entstehen konnten.

Zur Eröffnung am 1. April 2011 waren nicht alle Wohnungen, die teilweise auch Wohngemeinschaften beherbergen, belegt. „Es dauerte bis Anfang 2012, bis alle Wohnungen vergeben waren“, erzählte Lenz. Unter den Bewohnern sind auch viele, die zuvor auf Gut Priemern gelebt haben. Menschen mit Behinderungen in Folge von Sucht, die nicht alleine oder ohne Betreuung leben können, finden hier eine Bleibe. Darüber hinaus leben hier aber auch Jugendliche und Senioren. „Das Leben hier in Meßdorf soll nur eine Zwischenstation sein. Wir wollen die Leute darauf vorbereiten, ein selbstständiges Leben zu führen und irgendwann die Einrichtung auch wieder zu verlassen“, erklärt Lenz das Prinzip des Ambulanten Betreuten Wohnens. Bislang ist noch keiner der Bewohner aus der Einrichtung ausgezogen, „aber der Schritt ist nicht mehr weit entfernt“, schätzte Lenz die Chancen ein, dass bald der Umzugswagen vorfährt.

Von einer Veranstaltung, die zur Integration der Bewohner in die Ortschaft beiträgt, konnte sich das Filmteam auch direkt ein Bild machen. Das traditionell immer mittwochs stattfindende Begegnungscafé in der Villa Piel wurde extra auf den gestrigen Drehtag verschoben. An sich wäre das doch auch eine gute Gelegenheit, dass Uwe Ochsenknecht mal auf eine Tasse Kaffee vorbeischaut und sich davon überzeugt, was aus seinem erspieltem Geld geworden ist. „Wir haben Ochsenknecht schon mehrfach eingeladen, geschafft hat er es bislang aber leider noch nicht“, sagt Lenz.

Von Christoph Boßmeyer

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