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Oberbürgermeisterwahl in Stendal: Kandidaten bereiten sich auf Runde zwei vor

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Von: Stefan Hartmann

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CDU-Kandidat Thomas Weise (l.) mit prominenten Unterstützern Xenia Schüßler, Kreisvorsitzender Chris Schulenburg (v.r.) und Oberbürgermeister Klaus Schmotz.
CDU-Kandidat Thomas Weise (l.) mit prominenten Unterstützern Xenia Schüßler, Kreisvorsitzender Chris Schulenburg (v.r.) und Oberbürgermeister Klaus Schmotz. © Hartmann

Während in Tangermünde und Havelberg keine Stichwahl notwendig ist, gehen die Kandidaten in Stendal in Position. Thomas Weise und Bastian Sieler treten in Runde zwei um den Titel des Oberbürgermeisters in den Ring.

Stendal – Ein recht überschaubarer Teil der Stendaler Bürger hat gewählt. Das vorläufige Ergebnis lautet: Thomas Weise (CDU) und Bastian Sieler (parteilos, unterstützt von der SPD) ziehen beide in die Stichwahl ein. Weise konnte dabei die meisten Bürger von sich überzeugen. 38,56 Prozent entspricht 4568 Stimmen. Sieler liegt rund 1000 Stimmen zurück und kommt auf 29,78 Prozent. Heute um 15 Uhr tritt der Wahlausschuss der Stadt Stendal zusammen, um das Ergebnis offiziell festzustellen. Die Stichwahl findet damit voraussichtlich am 24. April statt.

Die Wahlbeteiligung lag mit 37,84 Prozent höher als bei der vorherigen Oberbürgermeisterwahl mit 31,5 Prozent. Damit traten trotz eines Rückganges der absoluten Zahl Wahlberechtigter, 2015 waren es 33 762 und 2022 nur noch 31 457, mehr Menschen an die Urnen. 11 902 machten sich am Sonntag auf den Weg, um von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. 2015 waren es nur 10 650.

Häufig ist es so, dass bei Stichwahlen die Beteiligung geringer ist, als bei der Hauptwahl. Kandidat Weise hofft, dass dem nicht so kommt. „Es geht um die nächsten sieben Jahre“, erklärte er am Wahlabend im Rathausfestsaal. Den Vorabend zur Wahl konnte er ganz entspannt verbringen. Nach dem Stress des vorherigen Wahlkampfes hatten er und seine Frau, wie er erklärt, Freunde in Leipzig besucht und waren mit diesen essen gegangen. Nun müsse die Arbeit aber weitergehen, um gemeinsam mit Stadt-, und Kreisverband sowie seinem Wahlkampfteam, die Stichwahl anzugehen.

Bastian Sieler (2.v.l.) hat sich mit seinen privaten und SPD-Unterstützern in einem Restaurant am Rathaus eingefunden.
Bastian Sieler (2.v.l.) hat sich mit seinen privaten und SPD-Unterstützern in einem Restaurant am Rathaus eingefunden. © Hartmann, Stefan

Für Sieler war der Vorabend zur Wahl etwas weniger entspannt, wie er, umgeben von Unterstützern in einem der Restaurants am Marktplatz, erklärt. Seine Tochter war krank. Aber mittlerweile gehe es ihr besser. Über das Ergebnis könne er sich auch freuen, gerade für ihn als Neuling sei es beachtlich. Das größte Potenzial sieht er in den bisherigen Nichtwählern. Möglicherweise, so vermutet er, sei die Wahlbeteiligung auch so gering gewesen, weil es mit sechs Kandidaten eine große Auswahl gab. Das könne gerade eher unentschlossene und unerfahrene Wähler abschrecken. Wenn nur noch zwei übrig bleiben, könne das die Entscheidung einfacher machen und somit einen positiven Einfluss auf die Wahlbeteiligung haben.

Es gibt einige Abweichungen in den Wahlvorlieben in den verschiedenen Gruppen „Innerstädtische Wahllokale“, „Ländliche Wahllokale“ und „Briefwahl“. In den meisten Fällen sind diese jedoch eher gering. Sie bewegen sich meist im Bereich von ein oder zwei Prozentpunkten. So schnitten beide Stichwahlkandidaten in den ländlichen Wahllokalen etwas schwächer ab, als in den Innerstädtischen. Sieler verliert fast drei Prozentpunkte (27,07 statt 29,78) und Weise rund einen (37,17 statt 38,56) im Vergleich zum Gesamtergebnis. Während es bei den übrigen Kandidaten Alkje Fontes (die Basis), Rico Goroncy (parteilos, unterstützt von der Linken) und Kerstin Westphal (parteilos) eher geringe Abweichungen gibt, profitiert AfD-Kandidat Arno Bausemer am stärksten von dieser Betrachtung.

Im Vergleich zu seinem Gesamtergebnis von 11,75 Prozent kann er sowohl bei den innerstädtischen mit 13,06 Prozent und den ländlichen Wahllokalen mit 14,59 Prozent ein Plus verzeichnen. Heruntergezogen wird es jedoch, wie bei sämtlichen Kandidaten, die nicht in die Stichwahl kommen, vom Briefwahlergebnis. Für Bausemer ist der Unterschied jedoch besonders deutlich. Bei der Abstimmung per Post entschieden sich nur 6,88 Prozent der Wähler für den AfD-Mann.

Sieler und Weise können hingegen ein teilweise deutliches Plus verzeichnen. Der SPD-gestützte Einzelbewerber legt im Vergleich zum Gesamtergebnis rund drei Punkte obendrauf und erreicht 32,49 Prozent. Als klarer Favorit der Briefwähler zeigte sich jedoch Weise: 42,03 Prozent von ihnen haben dem CDU-Kandidaten per Post ihre Stimme gegeben.

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