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Nobles Mediendomizil lädt ein

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Traumhaft schön: Die von der Stadtseeallee umgezogene Kinder- und Jugendabteilung logiert unter zartblauem Sternenhimmel. So viel Atmosphäre macht Cordula Stallmann froh.  Fotos (4): Mahrhold
Traumhaft schön: Die von der Stadtseeallee umgezogene Kinder- und Jugendabteilung logiert unter zartblauem Sternenhimmel. So viel Atmosphäre macht Cordula Stallmann froh. Fotos (4): Mahrhold

Stendal. Eine DVD „Wildes Russland“ ist gestern der erste Rückläufer, den Stadtbibliothekar Ronny Heckel in den Registratur-Computer scannt.

Pünktlich um 10 Uhr hat sich ein gutes Dutzend erwartungsfreudiger Hansestädter vor dem Eingang des nigelnagelneuen Erweiterungsbaus aus dunkelbraunen Klinkern gruppiert, um eine Premiere zu erleben.

Kurz zuvor hat sich Heckel mit seinen Kolleginnen Lydia Kaul, Heike Busenthür und Cordula Stallmann zum Motivationskreis gruppiert und mit einem tapferen „Toi, toi, toi“ für den Start ins neue Stendaler Medienzeitalter beschworen. Dann geht sie auf die Tür und neugierige Damen und Herren passieren Panikschloss und das elektronische Zähl- und Sicherheitssystem. Ein paar Schritte nur und die Gruppe steht vor einem schicken Empfangstresen, wo Stendals Bibliothekar mit Kollegin Kaul auch gleich alle Hände voll zu tun hat.

Derweil führen Stallmann und Busenthür ihre teils noch etwas orientierungslosen Kunden durchs immer noch zweigeschossige, aber nun deutlich geräumige Doppelgebäude. Unter das Eröffnungspublikum hat sich auch Erstbesucherin Doris Somogyi gemischt. „Super, eine tolle Bereicherung“, schwärmt die Jarchauerin. Sie hat sich als Neuleserin registrieren lassen und will Stendals Stadtbibliothek künftig regelmäßig aufsuchen. Um ihren literarischen Leidenschaften zu frönen, die Somogyi mit historischen Romanen und Reisebeschreibungen stillt.

Die mittelalterlichen Gewölbebögen im Erdgeschoss des alten Franzikanerkloster-Refektoriums, unter denen bislang ein deutlich bescheidener Empfangstresen seinen Platz fand, erstrahlen nun auf zartblauen Untergrund goldene Sterne und bereiten der Kinderbuchabteilung großzügig Raum und fast den Himmel auf Erden. Knallbunte Sitzsäcke laden zwischen den Regalen ein, die die „Ware“ vom geschlossenen Stadtsee-Standort aufgenommen haben.

Gelungen ist auch die Schnittstelle zwischen altem Klosterspeisesaal und dem mit einem schicken Edelstahl-Lift ausgestatteten Neubau. Es gibt mehrere bequeme Schmöker-Ecken mit edlen Möbeln eines italienischen Herstellers. Die Freifläche zwischen Alt- und Neubau ist noch nicht fertig. Sie soll Lesehof werden. Auch Restarbeiten an den Klosterfenstern stehen noch aus. Das Prunkstück des neuen Domizils am Mönchskirchhof ist der ebenfalls nobel ausgestattete Veranstaltungssaal. Er bietet bis zu 72 Gästen Platz und wird heute vom Frauenfrühstück der Städtischen Volkshochschule erstmals genutzt. Am Freitag spielt dort dann die Band „Nobody Knows“.

Von Antje Mahrhold

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