Versuchter Totschlag – Opfer sagt aus

„Nie im Leben!“ Prozess um Beilangriff am Stadtsee

Im Stendaler Landgericht hat die Geschädigte dem Beschuldigten nicht verziehen. Der Prozess um den Beilangriff am Stadtsee wird in der kommenden Woche fortgesetzt.
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Im Stendaler Landgericht hat die Geschädigte dem Beschuldigten nicht verziehen. Der Prozess um den Beilangriff am Stadtsee wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

Stendal – „Es war so ein schöner Tag. Ich wollte um den Stadtsee gehen“, berichtet die 82-jährige Stendalerin F. , die am Vormittag des 8. Juni am Stadtsee mit einem Beil angegriffen wurde.

Sie sei völlig ahnungslos mit ihrem Rollator unterwegs gewesen, als sie plötzlich von hinten der erste Hieb traf, berichtet sie dem Vorsitzenden Richter am Landgericht Ulrich Galler. Sie habe sich umgedreht und gefragt, was der Angreifer von ihr wolle, sie habe ihm nichts getan und um Hilfe geschrien. Sie sei dann zu Boden gegangen. Ob sie gestürzt ist oder zu Boden gedrückt wurde, könnte sie nicht mehr sagen. Als der Beschuldigte sie dann würgte, war ihr letzter Gedanke „Jetzt bin ich tot und dann schmeißt er mich in den See.“ Glücklicherweise habe er dann doch von ihr abgelassen und gesagt, dass es ihm leidtue, während sie mit geschlossenen Augen da lag. „Der hat bestimmt gedacht, ich bin tot“, vermutet die 82-Jährige.

Auch heute lebt F. noch mit der Angst nach dem Überfall. Am Stadtsee sei sie seither nicht gewesen. Auch beim Einkaufen drehe sie sich immer wieder um. Deswegen sei sie auch in psychologischer Behandlung gewesen.

Während ihrer Aussage berichtete sie von zwei Schlägen, die sie getroffen hatten. Auf die Frage der Staatsanwaltschaft, ob es auch mehr gewesen sein könnten, laut Verletzungsbild könnte sie von bis zu vier Schlägen getroffen worden sein, erklärte sie, dass sie sich nur an zwei erinnere.

Nach ihrer Aussage bat der Beschuldigte Frau F. um Verzeihung. „Nie im Leben!“, antwortete sie. Man könne nicht versuchen einen Menschen umzubringen und dann um Entschuldigung bitten.

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