Nicht mit Karpfen gerechnet

Ungewöhnlicher Einsatz für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Stendal am späten Montagabend. Sie mussten einen toten, „enorm stinkenden“, 15-Kilo-Karpfen aus dem Dahlener Kiesloch bergen.

Stendal - Von Matthias Kuhn und Birgit Günther . Zu einem Einsatz, der im wahrsten Sinne des Wortes „zum Himmel stank“, wurden am späten Montagabend die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr ans Dahlener Kiesloch gerufen. Dort wurde ein Kadaver im Wasser gemeldet, der sich im Nachhinein als 15-Kilo-Karpfen entpuppte und für Schmunzeln unter den Einsatzkräften sorgte.

„Mit einem Karpfen haben wir nicht gerechnet“, so Klaus Ortmann, stellvertretender Stadtwehrleiter, als die AZ ihn gestern zum Einsatz am Dahlener Kiesloch vom Abend zuvor befragte. „Gegen 21.10 Uhr kam der Alarm mit der Information, dass ein größerer Kadaver im Dahlener Kiesloch schwimme“, so Ortmann. Da zu diesem Zeitpunkt ungewiss war, ob es ein Hund oder eine Kuh sein könne, rückten insgesamt zwölf Kameraden mit drei Fahrzeugen zum Kiesloch aus. Vor Ort näherten sich die Kameraden mit dem Schlauchboot dem unbekannten Objekt, das sich als Karpfen entpuppte. „Der hat enorm gestunken“, wusste gestern der Vize-Stadtwehrleiter zu berichten. Dennoch wurde der tote Fisch aus dem See geborgen und „ordentlich entsorgt“.

Dass die Kameraden bisher einen toten Fisch aus einem Gewässer bergen mussten, daran konnte sich Ortmann nicht erinnern: „In meiner 30-jährigen Dienstzeit hat es sowas noch nicht gegeben.“ So konnten sich die Kameraden auch ein Schmunzeln nicht verkneifen, als ihnen klar war, was da im Wasser schwamm.

„Den hätte ich gerne an der Angel gehabt“, so Erhard Schulz. Den Wahrburger Angler fragte die AZ, ob er sich erklären könne, warum der Fisch tot im Wasser schwamm. „Das ist aus der Ferne nicht zu beantworten“, so der Petrijünger gestern. Es könnten Krankheiten oder Sauerstoffmangel im Wasser gewesen sein. Doch wenn es zu wenig Sauerstoff gewesen wäre, hätten bereits andere Fische tot im Wasser schwimmen müssen, meinte Schulz.

„Der Karpfen ist wohl beim Laichgeschäft gestorben“, war sich gestern Frank Eger, Fischereiberater des Landkreis Stendal, Vorsitzender der Stendaler Anglerfreunde RAW und Gewässerwart des Stendaler Anglervereins, am AZ-Telefon. Sauerstoffmangel ob der warmen Temperaturen schloss er aus: „Ich kenne das Dahlener Kiesloch. Das ist bis zu 20 Meter tief. Da kommt Sauerstoffmangel nicht infrage, sofern nur ein Fisch tot gefunden wird.“

Eine weitere Möglichkeit sei aber, dass der Karpfen an den Folgen eines Angelhakens gestorben sein könnte.

Mit seinen 15 Kilo sei der Karpfen noch „ein kleiner“, erläuterte der Fischereifachmann. Bis zu 35 Kilo könnten Karpfen im Dahlener Kiesloch auf die Waage bringen, in Wischer oder Jänickes Teichen seien es bis zu 30 Kilo. Von einem 22-Kilo-Exemplar wussten Mitarbeiter der Unteren Fischereibehörde gestern zu berichten. Der 1,20-Meter-Fisch sei vor etwa zwei Jahren geangelt worden.

Für die Kameraden endete vorgestern nach 30 Minuten der Einsatz, das Desinfizieren der Geräte dauerte länger.

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