Heidi Babels Weg in die Selbstständigkeit / Nach drei Jahren wollte sie hinschmeißen

„Nicht gleich den großen Luxus erwarten“

In der Lüderitzer Straße fing vor 17 Jahren für Heidi Babel die Selbstständigkeit an.
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In der Lüderitzer Straße fing vor 17 Jahren für Heidi Babel die Selbstständigkeit an.
  • VonAlexander Klos
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Stendal. Heidi Babel hat den Weg aus der Arbeitslosigkeit gefunden. Auch wenn sie nach drei Jahren Selbstständigkeit alles hinschmeißen wollte.

Heute rät sie allen, die sich eine Existenz aufbauen wollen: „Langsam und klein anfangen, nicht gleich den großen Luxus erwarten. “.

Heidi Babel hatte sich am 9. Oktober 2000 selbstständig gemacht. Die gelernte Bäckerin und Konditorin eröffnete „Heidis Laden“ im Stendaler Stadtteil Röxe. Das Haus, das die Stendalerin mit ihrem Mann und den zwei Söhnen bewohnte, bot beim Einzug leere Geschäftsräume. Dort wollte sie „Heidis Laden“ etablieren. Die Idee war geboren. Heidi Babel war damals 35 Jahre alt, wollte nach der Arbeitslosigkeit einen beruflichen Neustart wagen. Die ersten drei Jahren waren hart, erzählt sie, nebenbei jobbte die junge Frau noch als Reinigungskraft. Aufhören und alles hinschmeißen – dieser Gedanke kam nach den ersten drei Jahren. Doch dann taten sich neue Möglichkeiten auf.

Die Deutsche Post machte ihr ein Angebot: Heidi Babel konnte in ihrem Laden Lotto-Spielen anbieten. Und: Sie zog von der Lüderitzer in die Bahnhofstraße. Das war nötig geworden, da der Kundenkreis aus dem immer weniger bewohnten Stadtteil Süd wegzog. Mit den Menschen verbindet die Stendalerin auch den Mut, weiter zu machen. „Das Dankbare war, was die Kunden dir zurückgegeben haben. Dass sie dich brauchen. Das ist wirklich etwas Schönes.“

Die Kunden kommen in den Laden, erzählen ihre Geschichten. Heidi Babel hört zu, ist für ihre Kunden da. Im AZ-Gespräch erzählt sie von einer Oma, von der sie genau weiß, dass sie immer ganz besondere Briefmarken haben möchte. „Das kriegt man so in den Jahren mit.“

Die ältere Dame kommt noch immer in das Geschäft und sagt: „Ich möchte die schönsten Briefmarken.“ Und dann gibt Heidi Babel ihr die schönsten Briefmarken.

Die Selbstständigkeit bedeutete zu Beginn, nicht mit Mann und Kindern in den Urlaub fahren zu können. Das will Heidi Babel nun nachholen. Sie gab ihren Laden nach 16 Jahren in jüngere Hände, arbeitet zwar noch mit, aber weniger. Denn die Zeit für ihre Kinder und Enkel sind für die 52-Jährige unbezahlbar.

Von Alexander Klos

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