Mercer Stendal will 200 Millionen Euro in den Standort Arneburg investieren

Neues Sägewerk: Bis zu 200 Arbeitsplätze für die Region

Ein vorläufiger Grundriss zeigt den derzeitigen Planungsstand zum Sägewerk.
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Das Sägewerk soll westlich des bestehenden Mercer Zellstoffwerkes in Arneburg entstehen. Geplant ist auch ein Ausbau der Bahninfrastruktur vor Ort.
  • Stefan Hartmann
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Die Planung schreitet voran. 200 Millionen Euro will Mercer Stendal in den Standort Arneburg investieren. Ein neues Sägewerk soll entstehen. Damit würden auch bis zu 200 neue Arbeitsplätze entstehen. 

Stendal / Arneburg – Bis zu 200 neue Arbeitsplätze stellt Mercer Stendal in seinem neuen Sägewerk, das neben der Zellstofffabrik in Arneburg entstehen soll, in Aussicht. Nachdem das Projekt während der Pandemiezeit ein wenig zur Ruhe kam, nimmt es jetzt erneut Fahrt auf. Sofern alle Genehmigungen eingeholt werden können, soll Baubeginn bereits 2022 sein.

Auch erst nach diesem Zeitpunkt kann die Bewerbungsphase starten, wie Stefan Rühling, Mitarbeiter Öffentlichkeit Mercer, auf AZ-Anfrage erklärt. „Solange kein Bauantrag genehmigt ist, so lange ist auch kein Arbeitsplatz vergeben“, bestätigt Rühling. Eingereicht wurde der Bauantrag bereits am 10. August, für die Änderung an den Gleisanlagen soll er noch im laufenden Quartal erfolgen. Wann exakt der Baubeginn erfolgen kann, steht damit noch ein wenig in den Sternen. Aber abgesehen von diesem kleinen Zwischenstück ist die Planung schon recht festgezurrt. Frühestens zwei Jahre nach Vorliegen aller internen und externen Genehmigungen soll die Produktion anlaufen können, erklärte Torsten Kröger, der bei Mercer für das Projekt „Sägewerk“ zuständig ist, am Donnerstagabend den Mitgliedern des Planungsverbandes Industrie- und Gewerbepark Arneburg.

Für den Betrieb des Sägewerkes gebe es zwei Grundvoraussetzungen. „Zum einen, dass es vom Landkreis, der Kommune sowie den Menschen, die hier leben und arbeiten, aber auch den benachbarten Unternehmen gewollt ist. Dieser Unterstützung möchten wir uns versichern. Zum anderen, dass die Behörden den gestellten Bauantrag genehmigen“, sagte Geschäftsführer André Listemann. Derzeit sei der Konzern damit beschäftigt, Rückfragen zum Projekt zu beantworten. Mit dem Abschluss dieser Arbeiten werde zum Ende der kommenden Woche gerechnet.

Das neue Sägewerk soll, sofern es genehmigt wird, Maßstäbe setzen. 800 000 Festmeter Rundholz sollen jährlich verarbeitet werden. „Das ist die schnellste Sägelinie, die wir jemals gebaut haben“, soll der Hersteller der Anlage über das Projekt gesagt haben, so Kröger. Aber auch nach den Sägen soll es Innovationen geben. Für gewöhnlich wird das Holz von dort aus per Gabelstapler weitertransportiert. Im neuen Werk wird jedoch direkt verladen. Damit wäre es das erste Werk in Deutschland und eines der wenigen in Europa, die diesen Zwischenschritt umgehen können.

Generell soll ein großer Teil des Transportes über die Schiene ablaufen. Deshalb sollen auch die Gleisanlagen vor Ort erweitert werden. „Darüber hinaus werden die bereits für das Zellstoffwerk genehmigten Belastungen durch Lkw-Verkehr für die Region nicht überschritten“, erklärt Rühling in einer Pressemitteilung. Insgesamt will der Mercer-Konzern rund 200 Millionen Euro in den Ausbau des Standortes investieren.

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