CDU will Pläne zurückstellen / Abriss „Kaisers Markt“ hinterfragt

Neues Leben für Stendal-Süd

Die besten Tage des ehemaligen Kaisers Marktes liegen in der Vergangenheit. Thomas Stelle (CDU/Landgemeinden) hinterfragte dennoch den Abriss.
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Die besten Tage des ehemaligen Kaisers Marktes liegen in der Vergangenheit. Thomas Stelle (CDU/Landgemeinden) hinterfragte dennoch den Abriss.

Stendal – Mit der neuen Sitzungsrunde gibt es auch neue Pläne für Stendal-Süd. In einem gemeinsamen Antrag machen sich die Fraktionen SPD/FDP/Ortsteile und FSS/BfS dafür stark, das Gebiet wieder für Wohnbebauung zu öffnen.

Anderer Meinung ist die Fraktion CDU/Landgemeinden, wie Thomas Stelle im Stadtentwicklungsausschuss und später erneut im Wirtschaftsförderungs-, Vergabe- und Liegenschaftsausschuss erläuterte.

Seine Fraktion beantragte die Rückstellung des Vorhabens, bis das Landesverwaltungsamt eine Genehmigung dafür erteilt hat. Die Erfahrungen der Vergangenheit hätten gezeigt, dass es aus Gründen der demografischen Entwicklung die Genehmigung von zusätzlicher Bebauung versage, wenn nicht gleichzeitig andere Bauvorhaben verzichtet werde.

Gleichzeitig hinterfragte Stelle den vorgesehenen Abriss des ehemaligen Kaisers Marktes. Es sei „viel zu schade“ darum, das schöne Gebäude abzureißen, wenn man stattdessen noch eine Verwendung dafür finden könnte. Die Verwaltung hatte das Gebäude gekauft, um es abreißen zu können. Ein genauer Zeitplan dafür ist jedoch noch nicht bekannt gegeben worden, wie Stadtsprecher Armin Fischbach auf AZ-Anfrage bestätigte.

Außerdem forderte Stelle eine Bereinigung der Liste mit aktuell verfügbaren Bauplätzen. Theoretisch werden im Baulandkataster 700 Stück aufgelistet, tatsächlich herrsche jedoch ein Mangel an Bauland.

„Das Landesverwaltungsamt prüft erst nach einer Einreichung“, erwiderte Christian Röhl, FSS/BfS. Sonst werde auch so vorgegangen, dass Pläne gemacht werden und dann die Stellungnahme abgewartet wird. „Oder soll ein Gebiet abgeschmettert werden?“, fragte Röhl an Stelle gewandt. In der letzten Beratungsrunde sei vereinbart worden, dass das Thema nicht in den Stadtrat eingebracht werde, um Zeit zum Prüfen des Vorhabens zu erhalten. Das werde mit dem Antrag jetzt angeschoben. Schließlich handele es sich bei dem Antrag um eine Änderung des Flächennutzungsplanes und nicht um einen Bebauungsplan. „Daraus lässt sich kein Baurecht ableiten“, stellte er fest.

Auch Reiner Instenberg (SPD/FDP/Ortsteile) sprach sich für den fraktionseigenen Antrag aus. Er selbst habe immer vertreten, das Gebiet nicht anzufassen, bis die alten Blöcke weg sind. „Über diese Phase sind wir aber hinaus“, erklärte er. In Süd liege „So viel Potenzial und so viele Möglichkeiten. Warum stellen wir uns dem nicht?“, fragte er.

Bernd Haucke (Die Linke/Die Grünen) plädierte dafür, nicht das gesamte Gebiet zu öffnen, sondern nur Teilbereiche für Wohnbebauung freizugeben. Für den Vorschlag erhielt Haucke Rückendeckung von Bauamtsleiter Georg-Wilhelm Westrum.

Der CDU-Antrag auf Rückstellung wurde in beiden Ausschüssen mit vier zu sechs Stimmen abgelehnt. Der gemeinsame Antrag von SPD/FDP/Ortsteile und FSS/BfS konnte sich jeweils mit sechs Ja-Stimmen durchsetzen.

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