Motorradclub „Altmark Defenders“ muss sein jetziges Domizil wegen ZASt-Bau aufgeben

Neues Clubhaus für Biker in greifbarer Nähe

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Die Tage des „Altmark Defenders“-Clubhauses an der Gardelegener Straße sind gezählt, denn die Motorradfreunde müssen raus. Ein neues Clubhaus ist mittlerweile gefunden. In den nächsten Tagen soll es Gespräche wegen des Pachtvertrags geben.

Stendal. Die Suche des Motorradclubs „Altmark Defenders“ nach einem neuen Clubhaus scheint abgeschlossen zu sein.

Der Verein um den Vorsitzenden Ringo Illy ist momentan noch in einem umfunktionierten Umkleidegebäude auf dem Areal der ehemaligen Grenztruppenkaserne an der Gardelegener Straße beheimatet. Wegen des geplanten Baus der Zentralen Anlaufstelle (ZASt) für Flüchtlinge müssen die Motorradfreunde ihr dortiges Domizil allerdings bis Ende Februar räumen (AZ berichtete). „Es passt alles“, freut sich Illy über die neue Unterkunft für seine Vereinskameraden.

Es ist bereits das zweite Objekt, das die „Altmark Defenders“ in Augenschein nehmen. Zunächst hatten sich Illy und seine Mannen um ein Objekt in der Nähe der Windhund-Rennbahn an der Haferbreite bemüht. „Aber die Anwohner haben davon erfahren und sich bereits im Vorfeld beschwert“, berichtet Illy von diesem Rückschlag. Über das neue Clubhaus hält sich Illy daher vorerst bedeckt. „In den nächsten Tagen führen wir mit dem Eigentümer ein Gespräch wegen des Pachtvertrags. In dem Haus müssen auch noch einige Dinge saniert und bezugsfertig gemacht werden.“

Verraten wollte der Vorsitzende, der hauptberuflich eine Holzwerkstatt betreibt, nur, dass sich auch dieses Objekt in Stendal befindet. Lediglich auf eine Grünanlage wie an der Gardelegener Straße müssten die „Altmark Defenders“ künftig verzichten. Dafür sei das künftige Clubhaus in einem besseren Zustand als die bisherige Vereinsbehausung gegenüber der ZASt. Rund 10 000 Euro und unzählige Arbeitsstunden hätten er und die übrigen Mitglieder in die Instandsetzung des Umkleidegebäudes investiert. Das Dach sei undicht gewesen, die Decke dadurch völlig zerstört, die Fenster eingeworfen. „An der Gardelegener Straße sind wir noch stark mit Aufräumarbeiten beschäftigt“, so Illy. Mehrmals habe er bei der Stadt und auch beim Bund, der das Gebäude verpachtete, um einen Aufschub für die Räumung gebeten. „Ich habe alles probiert, aber es hat nicht geklappt“, fasst Illy seine Bemühungen bei den Behörden zusammen.

Bis zum 29. Februar müssen die Aufräumarbeiten abgeschlossen und das ehemalige Umkleidegebäude geräumt sein. Wenn alles gut läuft, können die 18 Mitglieder der „Altmark Defenders“ ab dem 1. März mit der Einrichtung des neuen Clubhauses beginnen. Obwohl sich die Motorradfreunde vom Bund ungerecht behandelt fühlen, haben sie gleichzeitig Verständnis für die Lage der Flüchtlinge. Mit Sicherheit müsse den Menschen, die vor Krieg und Unterdrückung fliehen, entsprechend geholfen werden, sagen sie.

Von Mike Höpfner

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