Bilanz 2020 durchwachsen

Stendals DRK wappnet sich weiter für die Coronazeit: Neues Blutmobil bietet mehr Platz

Vielerorts in der Republik gehen DRK sowie andere Verbände und Dienstleister in die Offensive. Blutkonserven soll es in ausreichender Menge auch dieser Tage geben.
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Vielerorts in der Republik gehen DRK sowie andere Verbände und Dienstleister in die Offensive. Blutkonserven soll es in ausreichender Menge auch dieser Tage geben.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) kämpft mit den Folgen der Pandemie. Was genau das kommende Jahr für die Blutspende in Coronazeiten bringen werde, sei noch nicht abzuschätzen, meint Elke Endrulat, die zuständige Gebietsreferentin beim Blutspendedienst NSTOB.

Stendal – Sicher scheint dafür: Ein neues Blutspende-Mobil soll die Reihen stärken helfen. Allzu viel sei über das Gefährt noch nicht durchgedrungen. Doch immerhin das: Es soll sich auf Knopfdruck ausziehen, quasi verbreitern können, wodurch erheblich mehr Platz zur Verfügung stehen wird. Wohl die Grundvoraussetzung für eine Blutspende in Zeiten von Abstandsregeln.

Das alte Mobil konnte nicht mehr wie gewohnt unterwegs sein und wird mindestens bis Jahresende nicht wieder zum Einsatz kommen. Abstandsregeln können nicht eingehalten werden. Ein spezielles Fahrzeug ist insbesondere in jenen kleineren Ortschaften gefragt, wo keine passende Lokalität für eine Spende auszumachen ist. Weitaus häufiger baut der Blutspendedienst seine Geräte in Schulen, Sportstätten, Gemeinschaftshäusern und anderen Gebäuden auf. NSTOB steht übrigens für die Anfangsbuchstaben der DRK-Landesverbände Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oldenburg und Bremen.

Für die letzten beiden Termine 2020 in Stendal, jeweils von 15 bis 19.30 Uhr im Winckelmann-Gymnasium, musste der DRK-Ortsverein umdenken. Weil das gewohnte Weihnachtsessen ausfallen muss, werden zur Spende morgen, 23. Dezember, besondere Lunchpakete geschnürt. Auch die Weihnachtstombola soll anders gestaltet sein. Ortsvereinsvorsitzende Monika Brinckmann-Büttner: „Wir haben uns alle viel Mühe gegeben mit den Präsenten und sind uns sicher, wieder genau die richtigen Geschenke rausgesucht zu haben.“ Zum Silvestertermin am 29. Dezember erhält jeder Spender eine Flasche Sekt.

Die Blutspendetermine rund um die Feiertage hätten einen wesentlichen Grund, der bei alldem bitte nicht übersehen werden dürfe, betont Nico Feldmann, NSTOB-Regionalleiter für Blutspenderwerbung und Öffentlichkeitsarbeit Sachsen-Anhalt und Thüringen. Patienten etwa in einer Krebstherapie oder in der Notfallversorgung seien nun einmal auch während und zwischen den Feiertagen auf die Behandlung mit Blutpräparaten angewiesen. Hinzu komme die unterschiedliche Haltbarkeit der Blutprodukte, erläutert Feldmann. Ein Beispiel: Das für Therapien benötigte Thrombozytenkonzentrat sei lediglich vier Tage haltbar.

Auf und Ab im Spendenjahr 2020

Das Spendenjahr 2020 sei coronabedingt geprägt von einem ständigen Auf und Ab, resümiert Feldmann schon einmal. Insgesamt habe es zwischen Januar und August trotz der wegen Corona reduzierten Termine mehr Spendenwillige gegeben, stellt Franziska Schütz, Sprecherin des DRK-Kreisverbandes Östliche Altmark, auf AZ-Anfrage fest. 5430 Spender waren es bis dahin, für denselben Zeitraum im vergangenen Jahr wurden 5324 Spender gezählt. Dies sei auf die erhöhte Spendenbereitschaft der Bevölkerung während der Coronaphase (März bis Juni) zurückzuführen.

Vergleiche man die klassischen Sommer- und Ferienmonate Juli und August, sei bereits ein Unterschied erkennbar, ergänzt Feldmann. Bei relativ gleicher Anzahl von Terminen habe die Spendenbereitschaft weiter abgenommen. Feldmann sieht in einem Vergleich von 2019 und 2020 keine sonderliche Aussagekraft, dafür sei die Situation in diesem Jahr einfach zu außergewöhnlich. Etwa eine Handvoll Termine fiel aus. Bis September gab es 5511 Spender, in den Jahren zuvor waren es am Ende jeweils um die 8000. Bei all den Widrigkeiten sei 2020 dennoch ein gutes Jahr, heißt es von den Organisatoren.

So konnten nicht zuletzt verstärkt Erstspender gewonnen werden. Überhaupt sehen Kreisverband und Blutspendedienst in dem Bereich noch Potenzial. Und ja, beide schauen auch genauer aufs Alter. Das Durchschnittsalter der Spender im Verbandsgebiet liegt demnach bei 47 Jahren. Mehr als 50 Prozent aller Spender in der Altmark sind älter als 50 Jahre. Man sei regelrecht auf Spendernachwuchs angewiesen. Andernfalls könne es in den nächsten Jahren bei der Versorgung mit lebensnotwendigen Blutprodukten sehr kritisch werden, schätzt Feldmann in dem Schreiben weiter ein.

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