Neuer Bürgermeister in Goldbeck vereidigt

„Nicht auf Rosen gebettet“

Christian Masche hebt die rechte Hand. Ratsältester Klaus Erich Ruppelt verliest die Eidesformel.
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Christian Masche schwört Amtseid als neuer Bürgermeister in Goldbeck.
  • Antje Mahrhold
    vonAntje Mahrhold
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Goldbeck – „Ich hoffe, das bleibt auch so“, wünscht sich Vize-Gemeindechef Gunnar Falk am Donnerstag ausdrücklich auch künftig so gut besetzte Zuschauerreihen.

Der frischgebackene Familienvater leitet das Treffen in der Sporthalle vor den Augen von Stichwahl-Verlierer Jürgen Lenski und der am 28. Februar ausgeschiedenen Kandidatin Marion Eggert-Köppe „zum letzten Mal als Versammlungsleiter“. Erst an diesem Abend kann die wegen des Nichteinhaltens einer Einspruchsfrist ursprünglich schon am 18. März geplante Vereidigung (AZ berichtete) von Christian Masche als Neu-Bürgermeister Goldbecks zelebriert werden

Als Ratsältester obliegt es kurz vor 20 Uhr dann Klaus Erich Ruppelt (UWG Goldbeck), dem Nachfolger von Alt-Bürgermeister Torsten Dobberkau den Amtseid abzunehmen. „Ich schwöre“, erklärt der 48-Jährige mit erhobener, rechter Hand und pandemiebedingt maskiert, worauf zunächst eine Reihe floraler Momente das Geschehen bestimmt. Hübsch arrangierte, zartrosa Hortensien-Buketts im Doppelpack tragen Vize-Vize-Bürgermeisterin Dr. Petra Kreutzer und Ratsfrau Denise Mikoleit (WG Bertkow) nach vorn zu Falk und Dobberkau, weil es ja recht selten sei, „gleich zwei Bürgermeister“ zu verabschieden, wie unter spontan aufbrandendem Applaus erklärt wird.

Den zweiten Beifall dieses Treffens erntet Goldbecks Neu-Amtschef gut eine Viertelstunde danach. Da hat der Petersmarker seine vorbereitete Amtsantrittrede verlesen, von einem „sehr aufregenden Moment“ gesprochen und angekündigt, dass es sein Wunsch und Bestreben sei, als „Bürgermeister aller Einwohner“ auch das Vertrauen derjenigen zu erlangen, die „mich nicht gewählt haben“, „nicht wählen waren“ oder „noch nicht wählen durften“. Da die Gemeinde Goldbeck „nicht auf Rosen gebettet“ sei, müsse auch in Zukunft „mit Augenmaß gewirtschaftet“ werden, hoffe das neue Oberhaupt auf gute Zusammenarbeit nicht nur mit dem Verbandsgemeinde-Bürgermeister und der Verwaltung, sondern auch mit allen Vereinen, weil diese „das Rückgrat einer jeden Gemeinde“ seien. „Es wäre schön, wenn Sie mir etwas Zeit geben“, freue sich der 48-Jährige auf die „neue Aufgabe in meinem Leben“. Nicht unerwähnt gelassen hat Masche bei seinem ersten Auftritt als Frischvereidigter auch eine Erklärung zum Goldbecker Bürgermeisterwahlkampf, der sich kurz vorm Stichwahltermin auf Internetplattformen teils turbulent gestaltet habe (siehe folgender Text).

• Bevor Goldbecks neuer Bürgermeister seinen Amtseid schwor, meldete sich Christian Masche zu Wort, um eine Erklärung abzugeben. Der Petersmarker hatte die Stichwahl am 14. März hauchdünn mit einem Vorsprung von vier Stimmen gegen den Eichstedter Jürgen Lenski (71) gewonnen. Auf Info-Broschüren nach der Hauptwahl Ende Februar war Masche Schulter an Schulter mit Wahlverliererin Marion Eggert-Köppe (48) aus Möllendorf abgebildet.

• „Ich bin gebeten worden, Stellung zu nehmen“, verwies er am Donnerstagabend auf eine entsprechende Aufforderung, die er per E-Mail erhalten habe. Darin sei Masche speziell dazu befragt worden, welcher Partei er „zugehörig“ sei und in welche er vorhabe, „eintreten“ zu wollen. Als Antwort auf diese Post verkündete Masche schließlich klipp und klar: „Ich bin neutral.“

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