Risse vor dem Großprojekt

Neue Magdeburger Brücke in Stendal berührt die Straßenbaupläne

Die Brücke führt über die Schienen ins Stadtzentrum. Die Baupläne sind seit dem Frühjahr konkreter.
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Die Brücke führt über die Schienen ins Stadtzentrum. Die Baupläne sind seit dem Frühjahr konkreter.

Stendal – So mancher Autofahrer dürfte schon allein beim Gedanken an dieses Großprojekt die Bremse ziehen wollen. Führt es doch zu monatelangen Sperrungen, die Zeit, Sprit und Nerven kosten.

Die Magdeburger Brücke wird ersetzt, daran lässt Stadtsprecher Armin Fischbach auf Nachfrage der AZ keinen Zweifel.

Die Zeitschiene hat sich nicht geändert. „Nach unserer Einschätzung bleibt es bei 2023 für den Neubau der Brücke. “ Eine neue Überführung bedeutet automatisch eine neue Fahrbahn. Inwieweit vielleicht auch der verschobene Ausbau der Lüderitzer Straße dann ins große Zeitfenster passt, muss sich zeigen.

Die Lüderitzer Straße wird auf der Brücke zur Magdeburger Straße. „Punktuelle Reparaturen werden selbstverständlich weiterhin durchgeführt“, heißt es aus dem Stendaler Rathaus. Nicht zuletzt der Bereich kurz vor der Überführung erinnert längst an einen Flickenteppich. Der grundhafte Ausbau der Lüderitzer Straße und weiterer Pisten in der Kreisstadt bis 2021 ist vor gut einem Jahr wegen der Diskussion um die Ausbaubeiträge im Land zurückgestellt worden. Mittlerweile scheinen sich die Parteien im Landtag einig über die Abschaffung der Beiträge, es fehlt noch das Gesetz.

Die Lüderitzer Straße wird zur Magdeburger Straße. Insbesondere die Fahrbahn vor der großen Brücke in Stendal ist von Rissen und geflickten Löchern gezeichnet.

Was das alles für die Lüderitzer Straße bedeuten kann, bleibt noch abzuwarten. Fest steht: Die Arbeiten an der für den innerstädtischen Verkehr bedeutsamen Magdeburger Brücke beginnen erst nach dem Sachen-Anhalt-Tag, der vom 1. bis 3. Juli 2022 in Stendal stattfinden soll. Die Organisatoren müssen zumindest daran nicht denken. Beim Brückenprojekt ist die Deutsche Bahn mit federführend. Die Gesamtkosten würden sich oberhalb von sieben Millionen Euro bewegen, hieß es bereits im Februar. Der städtische Anteil regelt sich über das Eisenbahnkreuzungsrecht des Bundes, welches erst kürzlich geändert wurde.

Der kommunale Kostenanteil könnte deshalb geringer ausfallen. Inwieweit die allgemein steigenden Baukosten die Schlussrechnung verderben, auch dazu kann und will Fischbach noch nichts sagen. Die Hansestadt ist der sogenannte Straßenbaulastträger und damit verantwortlich für die Sicherheit der Brücke. Bei einer Überprüfung seien Mängel festgestellt worden, die mittelfristig zu beseitigen seien. Ein wenig in die Jahre gekommen scheint die Konstruktion sowieso, einen neuen Überbau hat sie zuletzt 1974 erhalten. Die alte Brücke wird nun komplett abgebrochen, sie macht Platz für ein neues Bauwerk.

Behinderungen für den Straßenverkehr sind programmiert. Wie diese in Grenzen zu halten sind, darüber dürften sich die Verantwortlichen längst den Kopf zerbrechen. Annähernd zwei Jahre könnten die Bauarbeiten dauern. Eine Überführung an dieser Stelle „hat eine enorme Bedeutung für den innerstädtischen Verkehr, da sie die Altstadt mit den südlichen Gewerbegebieten und dem Ortsteil Röxe verbindet“, betont Fischbach. Und: „Für die Bahn ist die Brücke wichtig im Rahmen ihres Ausbaus des Netzknotens Stendal.“ Der Konzern baut die Strecke bekanntlich aus, an diesem Punkt gehe es um vier Gleise und Sicherheitsvorgaben. VON MARCO HERTZFELD  

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