Der historische Wagen Nr. 4 der Stendaler Straßenbahn-Aktiengesellschaft steht jetzt in Miltern

Neue Heimat für Stendals Pferdebahn

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Vorstandsvorsitzender Peter Krupp (r.) und Presse-Attachè Tino Leonhardt (M.) packen mit an, als das historische Gefährt vom städtischen Bauhofgelände am Uchtewall in sein neues Domizil nach Miltern vor die Tore der Kaiserstadt chauffiert wird.

Stendal. Neben der Traditionspflege widmen sich die rund 20 aktiven- und fördernden Mitglieder des Stendaler Husaren-Traditionsvereins um Peter Krupp dem Aufbau des historischen Wagens Nr. 4 der einstigen Stendaler Straßenbahn-Aktiengesellschaft.

Als die maroden restlichen Teile dieses historischen Wagens, die noch als Gartenlaube genutzt wurden, entdeckt wurden, war man sich einig: Diesen Wagen, der einst mit Pferden durch Stendal fuhr, wieder aufzubauen, wobei alte Zeichnungen und Fotos als Vorlagen dienen.

„Nachdem wir das Wrack in die Halle des Bauhofes geholt hatten, gingen wir im Jahr 2009 optimistisch an die Restaurierungsarbeiten. Das war nicht immer ganz einfach, denn wir sind keine Fachleute, oft fehlen die Spezialwerkzeuge“, berichtet Peter Krupp. Aber während der Arbeiten in den vielen Freizeitstunden, haben sich Handwerker und andere Interessenten gefunden, die den Verein finanziell oder mit ihrem Fachwissen unterstützten. Das sei erfreulich, denn alle, auch die kleinsten Teile, zum Beispiel Scharniere, Schrauben, Lederbänder, Schriftzüge oder die Farben sollen dem Original gleichen. Auch das besondere Holz (Esche) für die beiden Überdachungen an den Stirnseiten des ungefähr sechs Meter langen Wagens sowie für die Sitze, musste beschafft werden“, teilte Peter Krupp mit.

Die Wagenbauer waren in den vergangenen Jahren trotz etlicher Schwierigkeiten sehr fleißig, denn im Wageninnere kann man auf den Holzsitzen schon Platz nehmen, an denen Namensschilder zu erkennen sind. „Diese Schilder nennen die Namen von zwölf Förderern, die den Platz „gekauft“, also mit jeweils 250 Euro gesponsert haben. Innerhalb von zwei Wochen waren diese Plätze belegt. Auch 16 Stehplätze von insgesamt 24 konnten bereits vergeben werden.

Inzwischen konnte schon der gesamte Fahrgastteil fertiggestellt werden, wovon sich die Bürger auch bei der 200- Jahrfeier der Husaren, am „Tag der offenen Denkmals“, beim Weihnachtsmarkt und diverse Brautpaare überzeugen konnten Mit diesem historischen Wagen besitzt die Hansestadt eine weitere touristische Attraktion.

Nun mussten die Mitglieder des Husarenvereins der Aufforderung nachkommen, das historische Gefährt, aber auch historische Maschinen und Gerätschaften, die bei den Husarenveranstaltungen benötigt werden, aus der Halle des Bauhofes zu entfernen. „Die Suche nach einer neuen Unterkunft gestaltete sich schwierig, denn die Anbieter von Hallen, Scheunen und geeigneten Objekten verlangten hohe Mieten, die der Verein nicht aufbringen kann. Deshalb sind wir der Firma Roloff dankbar, dass wir auf deren Gelände die Fahrgastkabine und das Fahrgestell für kurze Zeit abstellen durften“, war von den Hobbyhistorikern zu erfahren. Dank gebührt aber Malte Fröhlich. Er stellte einen Teil seiner Scheune in Miltern zur Verfügung, sodass mit seiner schweren Hebetechnik und mit Hilfe von Vereinsmitgliedern und Freunden unter großer Kraftaufwendung und so manchen Schweißtropfen die Teile der historischen Bahn und die dazugehörigen Gerätschaften dort untergebracht werden konnten. Falls jemand den Verein unterstützen will, sollte er sich unter der Telefonnummer 0151 1134 9501 melden.

Von Klaus Pohlmann

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