Fachamt addiert kräftig dazu

Neue Grundschule in Stendal könnte 7,3 Millionen Euro und mehr kosten

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Noch herrscht Wildwuchs auf dem Gelände. Zwischen Haferbreite-Sporthalle und Landesamt für Verbraucherschutz soll die Grundschule errichtet werden.

Stendal – Eine Kostenexplosion hatte sich bereits abgezeichnet, nun haben es die Kommunalpolitiker auch schwarz auf weiß. Für den Neubau einer Grundschule in Stendal rechnet das zuständige Fachamt mit Ausgaben in Höhe von mehr als 7,3 Millionen Euro.

Lange Zeit war die Rede von 5,3 Millionen Euro. Das sind mindestens satte zwei Millionen Euro mehr, die am Ende in der Rolandstadt bezahlt werden müssten.

Politik und Verwaltung wollen offenbar weitere Anträge stellen und nach zusätzlichen Fördertöpfen suchen. Inwieweit die Ausgaben für das Großprojekt vielleicht von Beginn an zu tief angesetzt waren, muss erst einmal offenbleiben. Dass sich die deutlich höhere Summe noch spürbar verringern lässt, scheint zumindest derzeit eher unwahrscheinlich.

„Trotz aller Bemühungen im Rahmen des vertiefenden Planungsprozesses, kostensteigernde Positionen durch geeignete Gegenmaßnahmen zu minimieren, hat sich in der Summe eine doch beachtliche Kostenerhöhung ergeben“, heißt es in einem Papier aus dem Hochbauamt, das der Finanzausschuss als erstes Gremium für den 11. November vorliegen hat. Es folgen weitere Ausschüsse, bis letztendlich der Stadtrat am 2. Dezember das Wort hat. Beschlossen werden sollen nicht zuletzt die Entwurfsplanung und die aktualisierte Kostenberechnung. Die Fraktionen dürften eine Reihe von Fragen haben.

Eine allgemein angespannte Situation im Bausektor sei ein Grund für die Kostensteigerung, heißt es im Papier. Im Klartext soll das wohl bedeuten: Die Baupreise steigen momentan fast überall. Die Hansestadt lässt am Haferbreiter Weg eine gänzlich neue Bildungsstätte errichten. Die Grundschule Petrikirchhof platzt aus allen Nähten, Geld in Größenordnung wollen die Volksvertreter in das alte Gebäude nicht mehr stecken. Nach einigem Hin und Her fiel die Entscheidung für einen Neubau an anderer Stelle. An die 150 Kinder sollen dort die Schulbank drücken. Die Stadtverwaltung hält diesen Weg weiterhin für den richtigen. Im Beschlussvorschlag aus dem Fachamt heißt es: „Im Ergebnis stellt sich die Neubauvariante nach wie vor als wirtschaftlicher dar.“ Die Bauarbeiten sollen Mitte 2020 beginnen, ob dieses eh weite Zeitfenster eingehalten werden kann, bleibt abzuwarten. „Ziel ist es, dass die wesentlichen Gewerke 2020 ausgeschrieben und vergeben werden.“

VON MARCO HERTZFELD  

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