Stendalerin Kerstin Schulz (25) ließ sich in der Knochenmarkspenderdatei registrieren und konnte helfen

Neue Chance auf das Leben geben

+
„Ich konnte einem anderen Menschen wirklich helfen“, sagt die Stendalerin Kerstin Schulz, die sich 2007 in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registrieren ließ.

Stendal. Vergangenes Jahr ermöglichte die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) fast 4700 Leukämiepatienten eine neue Chance auf Leben.

So viele wie noch nie zuvor, informiert die DKMS. Annähernd 2,6 Millionen Spender sind in der weltweit größten Datei registriert, darunter auch Kerstin Schulz, die mit ihren Stammzellen schon einem Menschen helfen konnte. Die Stendalerin zählt 25 Lenze und hat sich in 2007 mit ihren Daten aufnehmen lassen. Und das war eigentlich kinderleicht.

Im Internet Interesse bekundet, bekam Kerstin Schulz dann ein Paket zugeschickt. Darin enthalten eine Box mit einem Wattenstäbchen. Mit dem Stäbchen durch den Mund gefahren und dann wieder alles zurückgeschickt und „schon war ich erfasst“. Bereits im November 2008 erhielt die Stendalerin eine Anfrage, ob sie helfen wolle. Übereinstimmungen hätte es mit ihren Daten und dem eines Hilfsbedürftigen gegeben. Sie komme als Stammzellen-Spenderin in Frage. Die junge Frau zögerte nicht und sagte zu. Denn: „Wenn ich mich für etwas entscheide, dann ziehe ich es auch durch.“ Ihr Hausarzt musste Blut abnehmen und einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen. Die Ergebnisse wurden wieder mit der Post verschickt. Anfang 2009 gab es für sie dann einen umfangreichen Gesundheitscheck in einem Krankenhaus in Hameln. „Ich wurde praktisch auf den Kopf gestellt“, erinnert sich die junge Frau. Wenig später reiste sie mit ihrer Mutter wieder nach Hameln ließ sich vier Stunden lang Blut abnehmen. Aus dem Lebenssaft wurden Stammzellen gefiltert und anschließend das restliche Blut wieder zurückgeführt. Die Stendalerin erfuhr, dass die Spende wohl funktioniert habe. Mehr nicht. Einige Zeit danach bekam Kerstin Schulz einen Brief vom Empfänger ihrer Stammzellen. Er bedankte sich aufrichtig bei ihr. Von wirklicher Achtung und großem Respekt ist zu lesen. Inzwischen weiß Kerstin Schulz, dass sie einem 56-jährigem Mann in Deutschland, Vater von zwei Kindern, helfen konnte. Briefkontakt ist über DKMS möglich, jedoch werden persönliche Angaben, wie etwa der Geburtstag, geschwärzt. Allerdings gibt es die Möglichkeit, sich auch einmal kennenzulernen. „Wenn beide bereit sind“, so die 25-Jährige. „Ich hoffe, das es mal klappt.“ Aufgrund ihres Erlebnisses kann die Altmärkerin nur nahe legen, sich mit dem Thema zu beschäftigen und sich letztendlich registrieren zu lassen. „Ich konnte einem anderen Menschen wirklich helfen.“

Aktuell sind im Landkreis Stendal 815 Menschen in der DKMS registriert, davon sind fünf Personen tatsächliche Spender, wie eben auch Kerstin Schulz. Ein tatsächlicher Stammzellenspender befindet sich unter den 71 Registrierten aus der Region um Arneburg und Goldbeck. Aus der Verbandsgemeinde Seehausen haben sich 35 Einwohner in der Datei aufnehmen lassen, ein Mensch spendete Stammzellen. Im Osterburger Gebiet sind es 27 Bürger, die gelistet sind. Einen tatsächlichen Spender gab es aber bisher nicht.

Ingesamt vermittelte die DKMS in ihrer über 20-jährigen Geschichte über 28 000 Stammzell- und Knochenmarktransplantationen. „Die uneigennützige Hilfsbereitschaft der DKMS-Spender ist großartig. Täglich können inzwischen mehr als zwölf DKMS-Spender Leben retten“, sagt DKMS-Geschäftsführer Prof. Dr. Stefan F. Winter und ergänzt: „Bereits jetzt ermöglichen wir mehr als 30 Prozent aller vermittelten Stammzellspenden weltweit. Diese Leistung bringt uns unserem Ziel, für jeden suchenden Patienten – ganz gleich welcher Nationalität – einen passenden Spender zu finden, ein ganzes Stück näher, und spornt uns an, noch weitere Rekorde im Sinne der Patienten zu erzielen.“

Weitere Informationen unter: www.dkms.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare