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Graffitikünstler kommen an Brücke in Stendal zum Zug

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Von: Marco Hertzfeld

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An der Brücke Osterburger Straße laufen die Arbeiten für die neue Station Hochschule.
Eine neue Bahnstation entsteht. Noch laufen die Bauarbeiten auf den Gleisen. Und die Stadt wird das Umfeld südlich und nördlich der Strecke gestalten. Den Wänden der Brücke wollen sich drei Graffitikünstler ab Freitag widmen. © Marco Hertzfeld

Die Brücke Osterburger Straße in Stendal bekommt zwei passende Graffiti. Gleich nebenan wächst die gänzlich neue Bahnstation „Stendal Hochschule“.

Stendal – Die Graffitiarbeiten an der Eisenbahnbrücke Osterburger Straße in Stendal sollen am Freitag beginnen. Die Bahn lässt die Widerlager zuvor blau beziehungsweise ocker streichen. Das kündigt Schienenfreund Michael Trösken gegenüber der AZ an. Der Altmärker versteckt seine Vorfreude erst gar nicht, er gilt als Initiator: „Nun geht es los. Die Motive dürften vielen gefallen. Mit Graffiti lässt sich schon einiges machen.“ Eine Seite ist dem Campus gewidmet, zu sehen sein wird unter anderem ein großer Hochschul-Schriftzug und ein moderner Triebwagen. Auf der anderen Seite fährt eine Dampflokomotive ins Bild, hinzu kommen die Rolandfigur und andere Sehenswürdigkeiten der 1000 Jahre alten Stadt.

Seit Juli laufen die Bauarbeiten nahe dem Campus, Mitte dieses Jahres sollen sie abgeschlossen sein. Bahn und Land investieren gut sechs Millionen Euro in die Station „Stendal Hochschule“. Die Hansestadt gestaltet das Umfeld für circa 650.000 Euro, dabei fließt auch Fördergeld. In das Schnittstellenprojekt, welches nicht zuletzt Radabstellplätze und Autoparkplätze umfasst, passen demnach auch die Graffiti. Stendaler Trösken geht von 15.000 Euro aus. Weil das Vorhaben vorangetrieben werden sollte, sei die Kaschade-Stiftung erst einmal in Vorkasse gegangen. Die Rechnung begleichen würden letztendlich vor allem die Landesverkehrsgesellschaft Nasa und ein Stück weit auch die Bahn.

Für den zusätzlichen Haltepunkt haben sich Bahnfreunde wie Trösken über Jahre starkgemacht. Er soll die Hochschule und den Norden der Stadt insgesamt verkehrstechnisch besser anbinden und den öffentlichen Personennahverkehr stärken. Die Bauarbeiten befanden sich ursprünglich unter einem gewissen Zeitdruck. Für Anfang Juli stand der Sachsen-Anhalt-Tag im Kalender. Zahlreiche Gäste sollten an der neuen Station aus- und einsteigen können. Coronabedingt ist die Großveranstaltung in ein späteres Jahr verschoben worden. Die Arbeit dreier Graffitikünstler soll die Station bereichern und wilden Schmierereien an der Brücke erst gar keinen Platz bieten.

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