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Neubaupläne fürs Stendaler Hospiz nehmen langsam Form an

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Von: Stefan Hartmann

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Das Gemeindehaus der Paulusgemeinde in Stendal.
Das Gemeindehaus der Paulusgemeinde in Stendal Nord wird voraussichtlich frühestens in einem Jahr abgerissen. Die Sanierung des ehemaligen Pfarrhauses ist nicht rentabel. © Hartmann, Stefan

Das Hospiz an der Wendstraße platzt aus allen Nähten und die Paulus-Gemeinde in Stendal Nord bräuchte eigentlich ein saniertes Gemeindehaus – gemeinsam soll nun ein Neubau angestrebt werden.  

Stendal – In den sprichwörtlichen trockenen Tüchern ist bei dem Projekt Hospizneubau noch sehr wenig. Der Notarvertrag über den Erbbaurechtsvertrag ist geschlossen worden, wie Pfarrer Ulrich Paulsen, Vorstand der Stiftung Adelberg-Diakonissen-Mutterhaus (ADM), erneut bestätigt. Damit steht der Ort, das Eckgrundstück an Mann- und Bergstraße in Stendal Nord, auf dem derzeit die Paulusgemeinde residiert, fest. Nun werde mit der Planung angefangen, um die vielen Ideen und Anforderungen unter einen Hut zu bekommen – und natürlich beginnt nun auch die Spendeneinwerbung.

Insgesamt 100 000 Euro wollen die ADM und die Paulusgemeinde bis März 2023 sammeln. 5000 habe sie schon, sagt Paulsen. Das reiche natürlich nicht, um einen Neubau zu realisieren, in dem nicht nur das Hospiz, sondern auch die Paulusgemeinde einen angemessenen Platz finden. Es sei eher von einem niedrigen Millionenbetrag auszugehen, der letzten Endes auch mit Krediten finanziert werden muss. Aber die ersten 100 000 Euro gäben unter anderen den Planungsleistungen den notwendigen Schubs in die richtige Richtung.

Dass Paulusgemeinde und Hospiz schon seit fast 25 Jahren eng miteinander verbunden sind, ist einer der Glücksfälle, die nun in die Neubauplanung einfließen. Schon seit Jahren ist klar, dass das Gemeindehaus in Stendal Nord saniert werden müsste. Auch das Hospiz muss sich räumlich weiterentwickeln. Bezogen auf die Quadratmeter pro Bett ist es das bundesweit kleinste Hospiz. Das Gelände an der Wendstraße, wo es derzeit untergebracht ist, ist jedoch für die künftigen Pläne nicht groß genug. Neben Platz ohne Ende spreche jedoch auch der Standort für das Grundstück in Nord. Es liegt nur rund 1,5 Kilometer vom derzeitigen Standort entfernt und verfügt seit Kurzem auch über eine Bahnanbindung in unmittelbarer Nähe. Die Paulusgemeinde kann hingegen auf neue und nicht mehr bröckelnde Bausubstanz hoffen.

Ramona Höppner-Nitzsche (v.l.), Gabriele Erdmann, Gerdine Sambe, Detlef Frobel und Pfarrer Ulrich Paulsen werben Spenden für den Neubau ein.
Ramona Höppner-Nitzsche (v.l.), Gabriele Erdmann, Gerdine Sambe, Detlef Frobel und Pfarrer Ulrich Paulsen werben Spenden für den Neubau ein. © Hartmann, Stefan

Wann es genau losgeht, steht aber noch nicht fest. Wenn die Planung zügig voranschreitet und die Finanzierung trotz steigender Baukosten möglich bleibt, könnte der Abriss in etwa gut einem Jahr beginnen, präsentiert Paulsen eine optimistische Schätzung. Während der Bau- und Abrisszeit werde es auf dem Gelände wohl eine Containerlösung für die Paulusgemeinde geben können. Das Hospiz hingegen bleibt an der Wendstraße. Auch nach dem Neubau sollen die Räume dort weiter genutzt werden.

Paulsen freut sich, dass die ADM und die Paulusgemeinde den Standort auserkoren haben. Er biete genug Platz für beide Nutzungen und biete auch Perspektiven für die entfernte Zukunft. „Wir wollen nicht in 20 bis 25 Jahren nach einem Neubau feststellen, dass uns der Platz ausgeht“, sagt Paulsen. Deshalb seien auch gleich die Garagen am östlichen Rand des Grundstückes miterworben worden. Bei den Nutzern brauche jedoch keine Panik aufkommen: Für diese ändere sich außer dem Vermieter für die kommenden Jahre wohl nichts. Sollte in 20 Jahren bemerkt werden, dass ein Anbau nötig ist, befänden sich die Garagen jedoch schon in den dafür richtigen Händen.

Zur Realisierung des Projektes sind Hospiz und Paulusgemeinde auf Spenden angewiesen. Die genauen Daten und Möglichkeiten dafür sind unter www.hospiz-stendal.de/spenden-vererben-stiften aufgelistet.

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