Übergabe in den Oktober verschoben

Neubau: Tiergartenkiosk in Stendal dauert

Ein Lieferfahrzeug steht am Imbisswagen. Dahinter befindet sich der Stendaler Tiergartenkiosk im Aufbau.
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Hungrig bleiben muss der Zoobesucher auch dieser Tage nicht. Aus einem Verkaufswagen sind gerade den Sommer durch allerhand Grillvariationen gereicht worden. Hinten ist der neue Tiergartenkiosk der Hansestadt zu sehen.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Durststrecke größer: Der Kiosk im Stendaler Tiergarten braucht noch einmal länger als erhofft. Eröffnet werden kann aller Voraussicht nach im Oktober 2021. Bei den Kosten sieht sich die Stadt im Plan.

Stendal – „Die Arbeiten nähern sich tatsächlich ihrem Ende.“ Und doch hakt es beim neuen Kiosk im Tiergarten. Übergabe und damit die Eröffnung in Stendal verzögern sich weiter. „Derzeit bereitet uns die Restfeuchte im Estrich noch Schwierigkeiten, da wir von günstigeren Witterungsverhältnissen ausgegangen sind“, teilt Stadtsprecher Armin Fischbach auf Anfrage der AZ in dieser Woche mit. „Damit der Bau ordentlich austrocknen kann, haben wir die angedachte Fertigstellung auf Anfang Oktober geschoben. Ausstehende Arbeiten und Beantragungen werden bis dahin erledigt sein.“ Zuletzt war die Rede von einem Start der Gastronomie zumindest im September. Nun kann es sogar der Herbst werden. Die zoologische Einrichtung am Stadtsee ist eine beliebte Freizeitstätte in der Region.

Die Arbeiten sind in diesen Wochen ein Stück weit vorangekommen. Hakt es an einer Stelle nicht noch stärker, soll das Gebäude im Oktober übergeben sein.

„Die Vertragsverhandlungen mit dem interessierten Betreiber laufen derzeit noch.“ Beim Konzept großartig ins Detail gehen kann und will der Rathaussprecher nicht. „Die Öffnungszeiten sollen sich aber mindestens an denen des Tierparks ausrichten, auch wenn gegen darüber hinausgehende Öffnungszeiten keine Einwände bestehen.“ Und: „Grundsätzlich will die Hansestadt Stendal dem künftigen Betreiber aber bei der Ausgestaltung seiner Gewerbefreiheit so wenig wie möglich reinreden.“ Beim Richtfest im Mai war der Name des Gastronomen René Nowak gefallen. Ob der Stendaler den neuen Kiosk tatsächlich wie angekündigt „Futterkrippe“ nennen wird, wird sich zeigen. Ob seiner Lage direkt zum See hin dürfte der Kiosk auch für andere Menschen einladend sein.

Estrich bereitet derzeit Sorgen

„Die Bewirtung soll jeweils in Richtung Tiergarten, aber auch in Richtung Stadtsee erfolgen“, weiß der Rathaussprecher. „Auf einer befestigten Außenanlage aufseiten des Stadtsees werden zudem einige Sitzplätze geschaffen, die einen schönen Blick auf den See ermöglichen.“ Und wenn mehr möglich sein soll: „Um einen beidseitigen Zugang zu ermöglichen, müsste durchgehend gewährt sein, dass der Tiergarten nicht nach der Schließung betreten wird oder der Eintrittspreis damit umgangen werden könnte. Hier kommt es auf die Kapazitäten des Betreibers an.“ Auch an diesem Punkt scheint demnach noch nicht das letzte Wort gesprochen. Beim Geld sieht die Stadt das Projekt in der Spur. „Die geplanten Kosten von 400.000 Euro werden aller Voraussicht nach eingehalten.“

Verhandlungen mit Betreiber laufen

Der Zookiosk steht quasi an derselben Stelle wie sein Vorgängerbau. Das marode Gebäude nahe Bühne und Spielplatz wurde abgerissen. Die Diskussion über eine neue gastronomische Einrichtung und deren Größe und Ausgestaltung zog sich über Jahre hin. Zudem hatten andere Projekte der Stadt immer wieder Vorrang. Die scheinbar unendliche Geschichte brachte Politik und Verwaltung auch zunehmend Kritik des Fördervereins ein, die organisierten Tiergartenfreunde rechneten mit sinkenden Besucherzahlen. Schließlich kam doch Bewegung in die Sache, die Stendaler Wohnungsbaugesellschaft tritt als Bauherr auf, eine Initiative aus der Handwerkerschaft hilft erheblich. Die Bodenplatte wurde Ende 2020 gegossen, so richtig Fahrt nahmen die Arbeiten im Frühjahr auf.

400.000 Euro fließen in Zooobjekt

„Der Tiergartenkiosk wird eine wichtige infrastrukturelle Einrichtung für eine der schönsten Freizeiteinrichtungen unserer Stadt“, zeigt sich Fischbach überzeugt. „Die Besucherinnen und Besucher bekommen einen geruhsamen, attraktiven Ort, um während ihrer Zeit im Tiergarten eine Mahlzeit zu sich nehmen zu können. Die Aufenthaltsqualität wird ungemein erhöht.“ Jährlich zählt die Stendaler Zooleitung um die 70.000 Besucher. Zuletzt hatten Corona und all die Beschränkungen auch den Betrieb dieser Einrichtung erschwert. Insgesamt umfasst der Bestand am Stadtsee an die 450 Tiere und fast 80 Arten. Sibirischer Tiger, Schwarzbär und Timberwolf gelten als besonderer Magnet. Das Tiergartenkonzept für die Zeit bis 2025 sieht auf dem Gelände einige Neu- und Umbauten vor (die AZ berichtete).

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