Info-Veranstaltung im Rathaus: Betroffene des Umlegungsverfahrens verlangen Antworten

„Nehmen alle Einwände ernst“

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Das Umlegungsverfahren in der südlichen Haferbreite soll neues Bauland generieren. Denn nach dem Wohnungsleerstand Anfang der 2000er Jahre sei der Bedarf an Einfamilienhäusern in den vergangenen Jahren enorm gestiegen, wie Vize-Oberbürgermeister Axel Kleefeld erklärt.

Stendal. „Wir sind uns durchaus bewusst, dass die Kommunikation hätte besser sein können“, räumte Vize-Oberbürgermeister Axel Kleefeld am Dienstagabend ein und sprach damit aus, was die Gäste der im Rathaus stattfindenden Informationsveranstaltung schon seit langem verärgert.

Thema des Abends war das Umlegungsverfahren in der südlichen Haferbreite (AZ berichtete).

Um die Fragen der zahlreichen Bürger zu beantworten, waren neben Kleefeld auch Planungsamtsleiter Axel Achilles sowie die Verantwortlichen der Dessauer Umlegungsstelle gekommen.

Das Umlegungsverfahren ist in der Hansestadt Stendal zwar eine Premiere, wie Ute Klaar vom Landesamt für Vermessung und Geoinformationen Sachsen-Anhalt zu Beginn erklärte, es sei jedoch ein gängiges Verfahren zur Generierung von Bauland. Aufgrund der Größe des betreffenden Gebiets ist es in die einzelnen Umlegungen „Ost“, „Mitte“ und „West“ aufgeteilt, die nacheinander abgewickelt werden sollen.

Auch nach der Veranstaltung hatten einige Bürger noch offene Fragen. Die Stadtverwaltung bietet dazu Einzelgespräche an.

Für viele Anwohner war unverständlich, worin das „öffentliche Interesse“ besteht, in dem das Verfahren begründet liegt. „Wir müssen als Gemeinde versuchen, den Bebauungsplan umzusetzen“, erklärte Axel Kleefeld dazu, denn einen rechtskräftigen Bebauungsplan hat die Stadt bereits im Jahr 2003 erwirkt. Zudem wolle man dem „steigenden Bedarf an Bauland“ in der Hansestadt gerecht werden.

Immer wieder kam zudem die Frage nach der Rechtmäßigkeit des Verfahrens auf. Kleefeld versicherte: „Wir nehmen alle rechtlichen Einwände ernst und werden diese noch einmal überprüfen.“ Dann erklärte er: „Sie alle haben Rechtsmittel, die Sie selbstverständlich anwenden können.“ Er bat jedoch um vorherige Absprache mit der Stadt, da eine Rechtsverfolgung mit hohen Kosten verbunden sein kann.

Eine nähere Auskunft über die Wertzumessung der betroffenen Grundstücke konnte das Landesamt noch nicht geben, dafür sei es „einfach noch zu früh“, so Ute Klaar. Doch es sei ein „Bruchteil von dem, was die Erschließung kostet“.

Auch wenn der Ärger der Einwohner deutlich zu spüren war, ging der Abend „überwiegend sachlich“ über die Bühne, wie auch Axel Kleefeld anmerkte. Er bot allen Beteiligten die Möglichkeit eines Einzelgesprächs an und versprach für die Zukunft „mehr Transparenz bei politischen Entscheidungen“.

Von Charlotta Spöring

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