Stollenprüfung mit 13 altmärkischen Bäckern / Zehn mit „Sehr gut“ ausgezeichnet

Wo Nase und Zunge entscheiden

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Michael Isensee (l.) und Peter Flechtner testen die Stollen.

Stendal. Er muss gut riechen, auf 100 Kilogramm Mehl müssen 30 Kilogramm Butter kommen und auch die Früchte müssen gleichmäßig verteilt sein – für Stollen gelten genaue Kriterien und die müssen eingehalten werden.

„Und Stolle ist wahrhaftig kein diätisches Lebensmittel“, erklärte Bäckermeisterin Karin Beier aus Apenburg. Zum Wettbewerb „Sachsen-Anhalts beste Stollen“ gestern im Modehaus Ramelow hatten 13 Bäckereien ihre Stollen ins Rennen geschickt. Es war die erste Stollenprüfung in der Altmark überhaupt, vorher habe es sowas nur in Magdeburg gegeben. Insgesamt galt es, 19 Proben zu verkosten. Diese Aufgabe übernahm der aus Hannover angereiste Michael Isensee vom Institut für Qualitätssicherung für Backwaren. Als Assistent stand ihm Peter Flechtner, der Obermeister der Bäckerinnung Altmark, die sich zum Ende des Jahres aus der ost- und der westaltmärkischen Innung zusammenschließt, zur Seite. Gemeinsam untersuchten sie das Backwerk, schnitten es in Scheiben und kontrollierten, ob Bezeichnung auch mit der Zutatenliste übereinstimmte und dem Regelkatalog entsprach. Wichtiger als Aussehen war allerdings der Geschmack. „Der Prüfer spricht nach Nase und Zunge. Und wenn der Stollen nicht perfekt aussieht, dafür aber so schmeckt, fällt er trotzdem nicht durch“, erklärte Beier, die durch den Wettbewerb führte. Doch persönliche Vorlieben des Prüfers mussten da außen vor bleiben. „Machbar sind maximal 30 Proben zur Verkostung an einem Tag“, sagte Isensee. Dann lasse der eigene Geschmack nach. „Und wir haben hier in der Altmark eine sehr gute Qualität bei Stollen.“ Insgesamt zehn Produkte erhielten das Prädikat „sehr gut“ und wurden mit Gold ausgezeichnet. Sechs erhielten „gut“ und eine Silberurkunde und nur drei mussten mit „zufriedenstellend“ bewertet werden. Auch Karin Beier durfte sich über ein „sehr gut“ für ihren Dessertstollen freuen, ebenso wie der Obermeister der ostaltmärkischen Bäckerinnung, Olaf Buchholz aus Beuster, der zweimal Gold und einmal silber bekam. Und auch Lokalmatador, Konditormeister Wilhelm Müller, konnte eine goldene und eine silberne Urkunde in Empfang nehmen.

Von Bianca Lange

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