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Name für Zookiosk: Seeblick sticht in Stendal Tiger aus

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Von: Marco Hertzfeld

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Der neue Tiergartenkiosk in Stendal steht nahe dem Stadtsee.
Der alte Kiosk war abgerissen worden. Die Übergabe des Neubaus braucht länger als gedacht. Ein Imbisswagen diente wie hier im Spätsommer als Übergang. © Marco Hertzfeld

Der neue Kiosk im Tiergarten von Stendal hat einen Namen. Die langersehnte gastronomische Einrichtung soll „Seeblick“ heißen. Vorschläge wie „Tigerstübchen“ und „Bärenhunger“ haben sich nicht durchsetzen können.

Stendal – Der neue Tiergartenkiosk in Stendal wird „Seeblick“ heißen. Die „idyllische Lage zwischen Stendaler Tiergarten und Stadtsee“ habe zum neuen Namen inspiriert, heißt es aus dem Rathaus. Vorschläge hatte es eine ganze Reihe gegeben, eine Jury sollte das letzte Wort haben. Die langersehnte gastronomische Einrichtung hätte beispielsweise auch „Tigerstübchen“, „Bärenhunger“ oder auch „Futterkiste“ heißen können. Nun ist es also der Seeblick. Der Zookiosk wird nach einigem Hin und Her und Verzögerungen indes am morgigen Sonnabend (5. März 2022) um 11 Uhr in Anwesenheit von Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) eröffnet.

Jury wählt aus fast 200 Vorschlägen aus

Ende Januar hatte die Stadtverwaltung öffentlich um Namensvorschläge für den gut 400.000 Euro teuren Kiosk gebeten. „Die Resonanz hat uns überwältigt.“ Ähnlich geäußert hatte sich eine Rathaussprecherin gegenüber der AZ bereits Mitte Februar. „Vielen Dank für die fast 200 Vorschläge, die wir per Mail, auf Postkarten und Briefen oder über die sozialen Netzwerke erhalten haben“, heißt es nun noch einmal. Ein „extra großes Dankeschön“ gehe an die jungen Künstler, Kinder und Schüler, die mit selbst gemalten Bildern auch den Rathausalltag verschönert hätten.

Die Mehrzahl der Vorschläge hat laut Büro des Oberbürgermeisters einen Stendaler Absender, es kamen aber auch Vorschläge aus Tangermünde, Lüderitz, Osterburg, Salzwedel, Dallgow-Döberitz (Land Brandenburg) und sogar Hamburg. Seeblick sei insgesamt achtmal vorgeschlagen worden. Der Gewinner wurde von der Jury ausgelost und erhält eine Jahreskarte für den Zoobesuch.

500 Tiere in 75 Arten lassen sich in der Einrichtung am Stadtsee beobachten. Einheimische Arten wie Rotfuchs, Uhu und auch Wolf und Luchs sind vertreten, ebenso exotische wie Trampeltier, Tiger und Erdmännchen.

Der Tiergarten am Uchtewall hat im März und April täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, im späteren Frühjahr und im Sommer bis 18 Uhr.

Kommentar von AZ-Redakteur Marco Hertzfeld
Imbiss im „Seeblick“ / Votum will noch verdaut sein:
Dass die Entscheidung einer Jury nicht allen gleichermaßen schmecken kann, dürfte von Beginn an klar gewesen sein. Wenn es gleich mehrere Dutzend Vorschläge für einen Namen des neuen Zookiosks gibt, gehen die Meinungen noch einmal besonders auseinander. Und natürlich müssen sich die sogenannten Entscheidungsträger Kritik gefallen lassen, es sollte sie nicht gleich umhauen. Aus dem Rahmen fällt der „Seeblick“ jedenfalls nicht, er liegt irgendwie auf der Hand oder liegt im Auge des Betrachters, nun gut. Gleich gegenüber am anderen Stadtseeufer soll es aber noch immer den Biergarten „Seeperle“ geben. Wenn die Jury das im Blick hatte, steckt vielleicht mehr dahinter. So oder so: Das Votum muss sacken.

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