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Nächste Station: Brüssel

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Von: Stefan Hartmann

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Chris Erdmann und Finja Alpert mit ihrem Fotovoltaik-Raffstore.
Chris Erdmann und Finja Alpert haben ihr Fotovoltaik-Raffstore-Projekt in Lübeck vorgestellt. Auch die EU hat Interesse an ihrer Lösung gezeigt. © Max Lautenschlaeger / Stiftung Jugend forscht

Chris Erdmann und Finja Alpert haben Stendal beim Bundesfinale von Jugend forscht vertreten. Einen Platz auf dem Treppchen haben sie nicht mitgebracht, dafür aber etwas vielleicht viel Besseres: eine Einladung der EU nach Brüssel.

Stendal – Einen Bundessieg im Jugend-forscht-Finale am Wochenende konnten die 17-jährige Finja Alpert und der 19-jährige Chris Erdmann nicht mit nach Stendal bringen. Aber was sie stattdessen erreicht haben, ist möglicherweise noch besser: Zum einen winkt ihnen für ihre Fotovoltaik-Raffstore-Anlage (AZ berichtete) ein Sonderpreis, gestiftet vom Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Dr. Robert Habeck im Wert von 1500 Euro. Zum anderen haben sie scheinbar noch weitere Fans gefunden. „Wir haben eine Einladung nach Brüssel bekommen“, erklärt Erdmann auf AZ-Nachfrage. Dort sollen die beiden ihr Projekt einer EU-Kommission vorstellen.

Nun soll alles Schritt für Schritt gehen. Das bedeutet: Zunächst wird die Reise nach Brüssel geplant. Schon vom 22. bis 24. Juni sollen die beiden Stendaler mit ihrem Projekt vorstellig werden. Neben der Organisation der Reise soll es aber auch mit dem Projekt selbst vorangehen. Dabei steht auch die Suche nach einem Partner im Raum, der dabei helfen kann, die Anlage praktisch umzusetzen. Erdmann richtet seinen Blick in dieser Frage eher in die Richtung eines Instituts als der Wirtschaft. Häufig hätten deutsche Firmen leider nicht die Kapazitäten, um ihre Herstellung auf ein solches Projekt umzustellen, erläutert er. Da sei es vermutlich der bessere Weg, ein Institut in der anwendungsorientierten Forschung zu finden, das selbst Solarpaneele produziert. Bis dahin werde aber sicher noch ein wenig Zeit vergehen. „Momentan ist es noch Arbeit, Arbeit, Arbeit.“

Mit ihrem Wettbewerbserfolg sind die beiden auch zufrieden. Gerade wenn man bedenke, dass einige Teams seit Jahren dabei sind, sei das Gewinnen eines Sonderpreises eine gute Leistung. Das dieser dann auch noch vom Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz zum Thema „Energiewende“ gestiftet ist, ist das Sahnehäubchen. „Das passt sehr gut zum Anspruch unseres Projektes“, findet Erdmann. Das Preisgeld soll dann dabei helfen, die Idee in eine reale Umsetzung zu bringen. Aber dafür muss die Theorie komplett ausgearbeitet sein. Auch wenn ein wenig Freizeitvergnügen, wie beispielsweise ein Urlaub, bei den 1500 Euro auch drin sein soll.

Die beiden Stendaler haben Fotovoltaik-Raffstores entwickelt, um Niedrigenergiehäuser noch effizienter zu machen. Wegen ihrer guten Isolierung müssen diese Häuser öfter verdunkelt werden, damit sie nicht überhitzen. Das Sonnenlicht wird reflektiert und nicht weiter genutzt. Da setzen die PV-Raffstores an. Mit ihnen wird Solarstrom erzeugt, um beispielsweise Haushaltsgeräte zu versorgen. Nutzbar soll das System aber auch an weniger effizienten Häusern sein.

Während Alpert derzeit die 11. Klasse am Winckelmann-Gymnasium besucht, ist Erdmann ein ehemaliger Schüler. Da er noch nicht 21 ist und noch kein Studium begonnen hat, dürfen sie gemeinsam bei Jugend forscht antreten. Derzeit absolviert er Praktika an verschiedenen Institutionen, um sich auf sein Studium vorzubereiten, antwortet er auf AZ-Nachfrage. Die genaue Studienrichtung ist noch nicht festgelegt. Aber passend zum Jugend-forscht-Projekt steht die Richtung Naturwissenschaft im Raum. Denkbar sei für ihn unter anderem ein Physikstudium.

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