Azubi Rebecca Schock beherrscht die Monoflosse / Angebot in Region einmalig

Nachwuchs-Nixen wollen Stendals Unterwasserwelt erobern

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Halb Mensch, halb Fisch: Nixen faszinieren und liegen im Trend. Zum Fantasiewesen wird, wer die Monoflosse überstreift.
  • Antje Mahrhold
    VonAntje Mahrhold
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Stendal. Die Rolandstadt hat Nixen-Fieber. „Wir starten einen Versuchsballon“, sagt Marcus Schreiber am Mittwoch der AZ.

Der Chef des städtischen Planscher-Domizils „Altmark Oase“ (Altoa) kann ein in der Region bislang einmaliges Wasserratten-Angebot machen, weil eine nixentaugliche Nachwuchskraft Flosse bei Fuß steht. Auszubildende Rebecca Schock steigt am 12. März mit sechs- bis 14-jährigen Mädchen ins 25-Meter-Wettkampfbecken, weil sie das Gleiten in stoffüberzogener Monoflosse gut beherrsche.

„Wenn die Luft nicht reicht, kommt wieder hoch.“ Im Altoa startet ein Kurs für Meerjungfrauen.

Die angehende Fachangestellte für Bäderbetriebe habe sich schon einige Male im wohltemperierten Untergrund als Meerjungfrau gezeigt. Anders als in Ballungsräumen Westdeutschlands offeriert Stendals Freizeittempel mit seiner Schnupperkurs-Premiere aber nicht die Trendsportart „Mermaiding“, sondern reagiere auf Bedürfnisse junger Gäste. „Aufgrund der großen Nachfrage“, wie Schreiber begründet. Zehn Mädchen sind bei der restlos ausgebuchte Premiere dabei. Und bringen ihre eigene Schwimmflosse mit, um mit der 20-jährigen Kursleiterin Disney-Heldin „Arielle“ nachzueifern. Für die Stendaler Neuheit wird das Team extra eine Bahn im Becken reservieren.

Im Stil sagenhafter Wassergeistwesen als halb Mensch und halb Fisch in die Fluten zu steigen, scheint hoch im Kurs. Vor wenigen Tagen gründete sich etwa im schleswig-holsteinischen Neumünster der Trainingsverein „Meerdeerns“. Es gibt republikweit Wettbewerbe zur „Miss Meerjungfrau“, bei denen Kandidatinnen nicht nur gut aussehen, sondern mit ihrem Jungfrauenschwanz tauchen, schwimmen und kameratauglich posieren. Im niedersächsischen Hildesheim macht eine Meerjungfrauenschule Schlagzeilen, weil sie Mädchen und Jungen ausbildet. Und im baden-württembergischen Schorndorf existiert ein Meerjungfrauen-Club mit erwachsenen Mädchenträumerinnen. Längst sorgt die Faszination anmutigender Wasssergeistfrauen bei „Germany’s next Topmodel“ für spektakuläre Fotos und leben Profi-Unterwassermodels vom glitschigen Glanz. Für den schönen Schein meist aber mit wasserfesten Glitzer-Tattoos.

Von Antje Mahrhold

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