Verein „KinderStärken“ sucht weiterhin mehr Familienpaten / Förderung für 2016 beantragt

Familienpaten: Nachfrage größer als das Angebot

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Familienpaten unterstützen Alleinerziehende, Großfamilien oder Eltern von Problemkindern. In Stendal ist die Nachfrage wesentlich größer als der Bedarf. Auch die Finanzierung für das kommende Jahr ist noch nicht abschließend geklärt.

Stendal. Alleinerziehende, kinderreiche Familien, Familien ohne Großeltern in der Nähe oder Eltern von Problemkindern – sie alle gehören zur Zielgruppe der so genannten Familienpaten.

Sie unterstützen Familien auf ehrenamtlicher Basis und helfen ihnen bei der Bewältigung vieler Probleme im Alltag. Doch auch ehrenamtliche Kräfte benötigen eine Grundqualifizierung, die Geld kostet. Für die Ausbildung der Paten zeichnet seit 2012 der Verein „KinderStärken“ verantwortlich. Geschäftsführerin Susanne Borkowski hofft nun, dass ihr der Kreistag für die geplante Finanzierung grünes Licht gibt.

„Es geht insbesondere um die Frage der Koordination und um die Vermittlung der Patenschaften“, umreißt Borkowski die grundlegenden Ziele der Finanzplanung. Es geht um insgesamt 17 300 Euro. Das sichere die Förderung für das kommende Jahr. Der Jugendhilfe-Ausschuss des Landkreises habe am Dienstag einer Beschlussvorlage bereits zugestimmt.

„Gerade in Stendal ist die Nachfrage wesentlich größer als das Angebot. Die meisten Paten vor Ort sind auch nicht motorisiert. Deshalb haben wir versucht, mit Seehausen und Salzwedel in die Fläche zu gehen“, sagt Borkowski im AZ-Gespräch. In der Rolandstadt gibt es zurzeit 17 Aktive. „Wir versuchen auch, in Tangerhütte Familienpaten zu etablieren.“ Dort werde bald eine Grundqualifizierung für Familienpaten stattfinden, an den anderen Orten funktioniere die Qualifikation als rotierendes System. Das heißt, dass zukünftige Familienpaten quasi jederzeit mit der Ausbildung beginnen können.

Der erste Kontakt zwischen besorgten oder verzweifelten Eltern und dem Verein „KinderStärken“ erfolge oft über Aushänge in Arztpraxen. „Viel passiert auch über Mund-zu-Mund-Propaganda“, so Borkowski. Weitere Ziele des Projektes sind zudem Reflexionsrunden mit Paten und Vereinsmitarbeitern. Borkowski und ihr Team kümmern sich bereits seit 2012 um das Projekt Familienpaten. Ins Leben gerufen wurde es einst von der Freiwilligen-Agentur Altmark. „Es war aber von Anfang an klar, dass sie die Paten nicht bei den Gesprächen begleiten können“, berichtet die „KinderStärken“-Chefin. Da ihr Verein die Paten bei Terminen begleiten und diese an Familien vermitteln konnte, habe „KinderStärken“ alle Paten von der Freiwilligen-Agentur übernommen.

Über den Antrag auf Förderung des Projekts Familienpaten wird der Kreistag am 17. Dezember entscheiden. Borkowski hofft indes, ihr Team von Familienpaten aufstocken zu können.

Von Mike Höpfner

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