Kleemann kandidiert

Nachfolgewirrwarr bei der SPD: Kermer lässt Wähler weiter im Unklaren

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Marina Kermer, SPD-Bundestagsabgeordnete von 2013 bis 2017, könnte für Burghard Lischka nachrücken.

Magdeburg – Jetzt ist es offiziell. Juliane Kleemann ist für den Vorsitz der SPD in Sachsen-Anhalt nominiert. Die Chancen für die Stendaler Kreisvorsitzende stehen bei 50 Prozent. Mit Katarina Zacharias tritt nur eine weitere Frau an.

Um den männlichen Part der künftigen Doppelspitze bewerben sich Andreas Schmidt, Jost Riecke und Seluan Al-Chakmakchi (AZ berichtete). Der Landesvorstand bestätigte am Montagabend die Kandidatenliste.

Juliane Kleemann, Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes Stendal, kandidiert für den Landesvorsitz der SPD.

Vom 5. September bis zum 18. Oktober stellen sich die Kandidaten auf Regionalkonferenzen den Parteimitgliedern vor. Im November und Dezember 2019 folgt dann eine landesweite Mitgliederbefragung. Die Wahl erfolgt dann beim Landesparteitag Ende Januar 2020 in Aschersleben. Der bisherige Landesvorsitzende Burghard Lischka tritt nicht wieder an. Er will sich aus der aktiven Politik zurückziehen und wieder als Notar arbeiten.

Während die Nachfolge an der Parteispitze in geregelten Bahnen verläuft, gilt für sein Bundestagsmandat anscheinend das „Nach-mir-die-Sintflut-Prinzip“. Lischka hatte Anfang des Jahres angekündigt, das Parlament im Herbst zu verlassen. Über einen genauen Termin lässt er Parteifreunde und Wähler bis heute im Dunkeln. „Soweit mir bekannt, möchte er noch Projekte in Berlin beenden“, sagt Parteisprecher Martin Krems-Möbbeck. Genaueres wisse er nicht. Das Telefon in Lischkas Wahlkreisbüro scheint bereits abgemeldet: ´Kein Anschluss unter dieser Nummer‘. Im Berliner Abgeordnetenbüro nimmt keiner ab.

Es reißt sich auch niemand um den gut dotierten Abgeordnetenjob in Berlin. Als potenzielle Nachrückerin steht Marina Kermer aus dem Wahlkreis Altmark ganz oben auf der Liste. Sie hatte die Region bereits von 2013 bis 2017 im Bundestag vertreten und war bei der vorigen Wahl nur knapp gescheitert. Darüber, ob sie den Wählerauftrag und das Mandat annehmen will, hüllt sich die 59-Jährige weiter in Schweigen. Nach der Ankündigung Lischkas, Anfang des Jahres, hatte sie der AZ gegenüber erklärt, sie wolle sich erst mit der Familie beraten. Später hieß es, sie werde die Entscheidung erst treffen, wenn der genaue Termin für den Mandatsverzicht bekannt ist. Für eine weitere Nachfrage ist sie nicht zu erreichen.

VON CHRISTIAN WOHLT

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