„Darf sich nicht wiederholen“

Nach Wahlfälschung in Stendal: Neuer Stadtwahlleiter weiß um große Verantwortung

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Wahlleiter Philipp Krüger steckt mitten in den Vorbereitungen für den 26. Mai.

Stendal – Es ist kein leichtes Erbe, das Philipp Krüger im Dezember 2018 angetreten hat. In diesem Monat hat der Stadtrat den 33-jährigen Pressesprecher offiziell zum Stadtwahlleiter auserkoren für ein Jahr, das ganz im Zeichen der Demokratie steht.

So wird neben dem Stadtrat und den Ortschaftsräten am 26.  Mai auch der Stendaler Kreistag und das Europa-Parlament gewählt.

Krüger, der seit Anfang 2018 im Büro des Oberbürgermeisters arbeitet, weiß um die große Verantwortung seiner Funktion als Stadtwahlleiter. Sei doch bei der jüngsten Stadtrats- und Kreistagswahl in Stendal so ziemlich alles schiefgelaufen, was hbe schiefgehen können.

Zur Erinnerung: Bei der Kommunalwahl 2014 waren widerrechtlich Vollmachten gefälscht und Briefwahlunterlagen ausgefüllt worden. Ex-Stadtrat Holger Gebhardt (CDU) war im März 2017 als Drahtzieher des Skandals wegen Wahlbetrugs zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Als gänzlich aufgeklärt gilt die Wahlfälschung aber bis heute nicht.

„So etwas darf sich auf keinen Fall wiederholen“, erklärt Krüger. Aus der Wahl 2014 habe die Hansestadt Stendal viele Lehren ziehen können. So seien Aufgaben zu den Wahlen neu durchdacht und organisiert worden, berichtet der Wahlleiter. „Wir haben jeden noch so kleinen Stein umgedreht und überprüft.“ Zudem wurde die Zahl der für die Wahl zuständigen Mitarbeiter aufgestockt, um dem Arbeitsaufkommen besser gerecht werden zu können.

Als Stellvertreter steht Krüger bei den Stadtrats- und Ortschaftsratswahlen, die beide von der Stadt Stendal aus organisiert und ausgewertet werden, Rechtsamtsleiter Rüdiger Hell zur Seite, der dieses Amt bereits 2014 besetzt hat. Wahlleiter war damals Vize-Oberbürgermeister Axel Kleefeldt.

Dass die diesjährigen Kommunalwahlen völlig fehlerfrei über die Bühne gehen, daran glaubt Krüger zum jetzigen Zeitpunkt nicht. „Natürlich kann auch mal was schiefgehen, schließlich gliedert sich die Stadt in 36 Wahlbezirke. Ich blicke dem 26. Mai zuversichtlich entgegen“, zeigt sich Krüger optimistisch.

Der Urnengang stelle stets eine Herausforderung dar, unter Druck gesetzt fühle er sich durch sein Amt aber nicht, wie der 33-Jährige im AZ-Gespräch erklärt. Die Wahl-Vorbereitungen hinter den Kulissen laufen bereits seit Oktober 2018. Stadt-Chef Klaus Schmotz (CDU) kommt für das Amt des Wahlleiters übrigens nicht in Frage, da er sich erneut für die Kreistagswahl aufstellen lassen will.

VON CHARLOTTA SPÖRING

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