Burmeister und der Weinkeller

Nach Sparkassen-Skandal 2013: Schankraum der Stendaler Filiale steht heute leer

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In den Katakomben der Sparkasse ließ der ehemalige Vorstandsvorsitzende Dieter Burmeister für knapp 80.000 Euro einen Weinkeller bauen. Nach eigenen Angaben sollten dort „Topkunden empfangen werden“. 

Stendal – Es ist der wohl umstrittenste Weinkeller im ganzen Landkreis: Fast 80.000 Euro soll er die Kreissparkasse (KSK) damals gekostet haben und „ein Empfang für Topkunden“ sein. Doch wusste innerhalb der Mitarbeiterschaft zunächst kaum jemand von dessen Existenz.

Beauftragt hatte den großzügigen Ausbau der Kellerräume damals Dieter Burmeister. Der ehemaliger Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Stendal bekam 2013 seine fristlose Kündigung ausgehändigt. Die Liste an Vorwürfen war lang. Das Landgericht Stendal sah grobe Pflichtverletzungen.

Doch was wurde aus dem edlen Schankraum mit umfangreichem Weinvorrat und aufwendiger Deckenverzierung, seitdem Burmeister dort nicht mehr mit exklusiven Firmenkunden anstößt? Christian Johannsen von der KSK-Marketing-Abteilung weiß mehr: „Der ehemalige Weinkeller wird nicht mehr genutzt und ist noch keiner neuen Verwendung zugeführt“, sagt er der AZ auf Nachfrage. Wein gekostet wird hier in absehbarer Zeit also wohl nicht mehr. Die Räumlichkeiten verfügen über keinen offiziellen Eingang und sind nur über die Katakomben des Sparkassengebäudes erreichbar. Auch ein Grund, weshalb die Kammer des Landgerichts damals zugunsten der Kläger-Partei entschied: Als Schankraum hätte man jeden beliebigen Raum nutzen können und die aufwendigen Umbaumaßnahmen sparen können, lautete die Begründung.

Johannsen kann sich vorstellen, dass der Schankraum in Zukunft „maximal als Kellerraum“ genutzt werde, so, wie es auch schon vor der Zeit Burmeisters der Fall war. Eine Besichtigung der Räumlichkeiten sei derzeit nicht möglich, da diese „zum Betriebsbereich der Sparkasse gehört“.

VON CHARLOTTA SPÖRING

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