Nach Beil-Vorfall in Touristinformation bleibt Sofortpaket aus

Nach Beil-Vorfall in Stendal: Rathaus übt sich in Sicherheit

Der Anlaufpunkt für Gäste der Stadt ist im Rathaus untergebracht. Dort tauchte ein Mann auf, ein Beil in der Hand. Verletzt wurde bei dem Vorfall keiner. Fotos: hertzfeld, dpa
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Der Anlaufpunkt für Gäste der Stadt ist im Rathaus untergebracht. Dort tauchte ein Mann auf, ein Beil in der Hand. Verletzt wurde bei dem Vorfall keiner.

Stendal – Nach dem Beil-Vorfall in der Stendaler Touristinformation denkt die Stadtverwaltung an ein neues Raumkonzept für diesen Anlaufpunkt im Rathaus. Erwogen wird zudem ein Sicherheitstraining für die Belegschaft.

Ob Beil oder Axt, wie genau das Teil ausgesehen hat, ist nicht überliefert. Ein 45-Jähriger hat damit jedenfalls für Aufregung in der Stendaler Touristinformation gesorgt.

Ob damit alle circa 600 Mitarbeiter der Hansestadt an mehreren Standorten gemeint sind, muss sich zeigen. Gezielte Anordnungen an die Mitarbeiter als direkte Reaktion auf den Zwischenfall vor gut drei Wochen gab es bislang nicht. „Es wurde nicht versucht, den Vorfall geheim zu halten, jedoch sahen wir auch keinerlei Grund, mit dieser Angelegenheit an die Öffentlichkeit zu gehen“, möchte Stadtsprecher Armin Fischbach auch gleich irgendwelchen Spekulationen entgegentreten. Am 19.  September hatte ein 45-Jähriger die Touristinfo betreten und lautstark Geld gefordert. Dabei soll er ein Beil in der Hand gehabt haben. So skizzierte Fischbach es am ersten Oktobertag gegenüber der AZ. Und weiter: Eine Mitarbeiterin gab dem Mann zehn Euro. Die Polizei griff ihn später ganz in der Nähe auf, in einer Tasche fand sie demnach das Beil und mehrere Messer. Die Stadt nehme den Vorfall ernst. Ganz offensichtlich handele es sich beim Täter um eine Person mit psychischen Problemen, die ihr Tun „weniger kontrollieren kann, als ein geistig gesunder Mensch“. Von einem Überfall möchte man im Rathaus deshalb nicht sprechen, betont Fischbach weiter aktuell.

Derartige Vorfälle habe es zuvor in der Verwaltung nicht gegeben. „Es handelt sich um einen Einzelfall und wir hoffen, dass es mit den ergriffenen Maßnahmen auch so bleibt.“ Das Raumkonzept für die Touristinfo, die sich im Erdgeschoss befindet, stehe seit einigen Monaten schon wegen Corona auf dem Prüfstand, nun komme diese Sicherheitsfrage hinzu. „Der Vorfall wird weiterhin analysiert und ausgewertet“, beteuert Fischbach. Auch die Polizeibehörden sollen noch einmal einbezogen werden. Die direkt betroffene Kollegin sei noch freigestellt, ihr gehe es gut. Nicht zuletzt das Team der Touristinfo habe viel gesprochen und sei dabei, „das Geschehene auszuwerten und zu überwinden“.

Für das Rathaus gebe es einen Sicherheitsdienst, der aber natürlich seine Zeit brauche. Zudem werde bei größerem Ärger eh gleich die Polizei gerufen. Vorfälle wie dieser ließen sich wohl „nie gänzlich verhindern“ und ausschließen. Für den Oktober gelten verkürzte Öffnungszeiten, da gerade nicht alle Beschäftigten der Touristinfo im Dienst seien. An dem Septembertag waren übrigens zwei Personen in den Räumlichkeiten. Deshalb lasse sich schwer sagen, „ob ein erhöhter Personaleinsatz in dieser Angelegenheit wirklich der Weisheit letzter Schluss ist“, meint Fischbach. Die direkt betroffene Mitarbeiterin habe jedenfalls „sehr souverän reagiert und deeskalierend“, in solchen Szenarien „eine bewährte Taktik“. VON MARCO HERTZFELD  

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