Umbau fast abgeschlossen

Beilvorfall: Touristinfo Stendal soll sicher sein

Mitarbeiter der Stadt Stendal stehen in der umgebauten Tourist-Information am Marktplatz.
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Sachgebietschefin Nicole Laupsien (l.) und Mitarbeiterin Florentine Gruppe zeigen die neu hergerichtete Tourist-Information in Stendal. Der Kundenschalter befindet sich nun zwischen Eingang und einer weiteren Tür hier im Rücken der Frauen.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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Der Mann stand plötzlich im Raum und ein Beil war im Spiel. Nach diesem Vorfall hat die Stadt Stendal den geplanten Umbau ihrer Tourist-Information beschleunigt. Die Riesensumme musste dafür offenbar nicht eingesetzt werden. Und doch soll alles sicherer sein und heller und schöner sowieso.

Stendal – „Der Vorfall mit dem Beil war zweifellos der Grund für das schnelle Handeln, weshalb der Umbau bereits im Januar startete.“ Im September hatte es eine Attacke auf die Stendaler Tourist-Information gegeben. Die Stadtverwaltung prüfte ihr Sicherheitskonzept und fackelte nicht lange. Der Standort unten links im Rathaus ist geblieben. „Jedoch ist der Kundenraum nun großzügiger, heller und einfach freundlicher als zuvor.“ Allzu tief lässt sich Nicole Laupsien zu möglichen Vorkehrungen nicht in die Karten schauen. Die Bauarbeiten sind beinahe abgeschlossen. „Am auffälligsten ist wahrscheinlich der neu positionierte Counter, der jetzt gegenüber der Eingangstür liegt“, sagt die Sachgebietsleiterin Veranstaltungsmanagement und Tourismus. Mit Counter ist die Verkaufstheke gemeint. Dahinter gibt es eine zusätzliche Tür, für den Ernstfall.

Stadt investiert gut 32.000 Euro

„Es fehlen nur noch einige Kleinigkeiten wie beispielsweise die Warenhalter für Souvenirs.“ Sie konnten wegen eines Lieferverzugs noch nicht aufgebaut werden. Ein Großteil der Einrichtung stehe aber bereits. Die Tourist-Information wird offiziell eröffnet, sobald es die Corona-Kontaktbeschränkungen zulassen. Ab kommenden Montag (17. Mai 2021) soll dort laut Laupsien mindestens schon einmal per Call & Collect, Anrufen & Abholen, eingekauft werden können. Die Mitarbeiter wollen flexibel reagieren. „Neben vielen kleineren Umbauarbeiten wurden auch die Fassaden neu gemacht und gestrichen. Hinzu kommt die Elektrik, die der neuen Raumaufteilung entsprechend verlegt werden musste.“ Auch das starre Mobiliar sei etwas in die Jahre gekommen, zum Entsorgen aber noch zu schade, weshalb es im Theater eine neue Aufgabe bekomme.

Sicherheitskonzept auf Prüfstand

Am 19. September vergangenen Jahres hatte ein Mittvierziger die Touristinfo der Hanse- und Rolandstadt betreten und lautstark Geld gefordert. Dabei soll er ein Beil mitgeführt haben. Eine Mitarbeiterin gab ihm zehn Euro. Die Polizei griff den Mann später ganz in der Nähe auf, in einer Tasche fand sie das Beil und mehrere Messer. Die Stadt nahm den Vorfall ernst. Weil es sich ganz offensichtlich um eine Person mit psychischen Problemen handelte, wollte ein Stadtsprecher damals nicht unbedingt von einem Überfall reden. Vergleichbare Vorfälle soll es zudem davor nicht gegeben haben. Gehandelt wurde dennoch. In der Tat scheint nun für die Mitarbeiter vieles vor allem übersichtlicher. Einen Sicherheitsdienst hat es schon früher gegeben, genauso wie den kurzen Draht zur Polizei.

Souvenirs ganz neu, Besucher fehlen wegen Corona

Die Kosten der Bauarbeiten belaufen sich auf etwa 32.000 Euro. Personell habe sich mit der Sanierung nichts geändert. Aber selbstverständlich habe man bei all dem auch den Sachsen-Anhalt-Tag im Juli 2022 im Blick. „So hoffen wir, dass wir den Besuchern des Landesfestes unsere schöne Heimat in der neuen Tourist-Information noch besser präsentieren können“, schaut Laupsien schon einmal voraus. Und grundsätzlich: „Die Touristinfo sei erster Anlaufpunkt in einer neuen Stadt und somit ein wichtiges Aushängeschild.“ Gäste erhielten alle möglichen Informationen, die für einen gelungenen Aufenthalt wichtig seien. „Nicht nur alles Wissenswerte zu den Sehenswürdigkeiten, sondern auch Infos zu vielen profanen Dingen wie den Einkaufsmöglichkeiten, den vorhandenen Unterkünften oder auch den öffentlichen Toiletten.“

Sachsen-Anhalt-Tag 2022 fest im Blick

Stendal gilt neben Tangermünde als die Touristenstadt in der Ostaltmark, Corona setzt momentan Grenzen. Wie viele Menschen in normalen Jahren Stendal besuchen, dazu kann die Sachgebietschefin keine verlässliche Auskunft geben. „Die Gründe bestehen in der hohen Anzahl von Tagestouristen und der fehlenden Kurtaxe in Stendal.“ Aktuell kommt eben hinzu: „Seit nun fast sieben Monaten gilt der Aufruf, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten, um die Pandemie einzudämmen.“ Die Touristinfo ziehe sonst im Übrigen auch Stendaler selbst an. Einheimische kaufen demnach gern Souvenirs und Eintrittskarten für Veranstaltungen. „Eltern und ihre Kinder informieren sich zudem oftmals über Stendal oder auch die Altmark und Sachsen-Anhalt insgesamt, wenn dies gerade Thema im Unterricht ist.“

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