„Muss kapieren, wie es funktioniert“

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Prof. Jürgen Häberle demonstrierte während einer Vorlesung an der Stendaler Kinderuni, wie reißfest Glasfaser ist.

Stendal. „Lernen von der Natur ist für einen Ingenieur gut“, so Prof. Jürgen Häberle vom Institut für Maschinenbau der Hochschule Magdeburg-Stendal vorgestern im Audimax des rolandstädtischen Standortes an der Osterburger Straße. Und dabei blickte der Ingenieur in über 80 Augenpaare des potenziellen technischen Nachwuchses. Ingenieure werden in Deutschland zur Mangelware, das weiß auch Häberle. Daher nutzte er die Chance, an der Stendaler Kinderuni seinen jungen Zuhörern die faszinierende Welt der Technik spannend zu vermitteln.

Warum Flugzeuge fliegen, war nur ein Thema, das er anriss. Dabei ging es ihm darum, den Kindern verständlich zu machen, wie wissenschaftlich gearbeitet wird, warum am Ende des Forschens Flugzeuge auch wirklich fliegen konnten. Und er diktierte den jungen Zuhörern einen wichtigen Merksatz für angehende Ingenieure in die Blöcke. Die Natur zeige Unglaubliches, doch reines Kopieren bringe selten den Erfolg. Der Ingenieur muss „kapieren“, wie es funktioniert.

Praktisch wurde es, als der Spezialist für Werkstoff- und Fügetechnik moderne Werkstoffe, wie Glas- oder Kohlefaser verstärkte Kunststoffe (GFK/CFK) vorführte. Deren Glas- und Kohlefaser-Fäden sind dünner als das menschliche Haar, aber zum Beispiel reißfester. Was mit solchen Werkstoffen möglich ist, demonstrierte er unter anderem an einem Fahrradrahmen aus CFK, der sehr leicht ist.

Von Matthias Kuhn

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