Kulturzentrum schafft es zumindest auf Bauliste

Musikforum: Millionen-Anbau für Stendal klingt leise

Vor dem Musikforum und dem Altmärkischen Museum in Stendal erneuern Arbeiter den Schadewachten.
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Zwischen Musikforum Katharinenkirche links und Altmärkischem Museum rechts soll ein Verbinder geschaffen werden. Arbeiter haben seit Monaten an der Straße davor zu tun, der Schadewachten in Stendal wird umfangreich saniert.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Mit Blick auf Musikforum und Altmärkisches Museum reden Politik und Verwaltung in Stendal von einem Kulturzentrum. Ein Anbau könnte wichtigen Platz bieten. Die Idee stammt aus den frühen 1990er-Jahren.

Stendal – Er soll das Musikforum Katharinenkirche und das Altmärkische Museum in Stendal verbinden und zuallererst einmal grundsätzlich für mehr Platz sorgen. Der Anbau am Schadewachten hat in der Stadtpolitik über Jahre, ja Jahrzehnte, seine Befürworter. Das Vorhaben steht nun im städtebaulichen Gesamtkonzept, das der Stadtrat am 19. Juli zum Beschluss vorliegen hat. Das Vorhaben gehört mit vier Millionen Euro zu den teuersten Projekten und steht ganz am Ende. Warum sich die Hansestadt bis 2034/35 für eine Umsetzung Zeit lasse, aus dem Rathaus heißt es auf AZ-Nachfrage dazu: „Weil nach derzeitiger Einschätzung aufgrund anderer wichtiger Infrastrukturmaßnahmen eine Finanzierung mit Mitteln der Städtebauförderung nicht früher darzustellen sein wird.“

Musikforum und Museum verbunden

Im Klartext: Die Stadt muss aufs Geld schauen, zumal es bei jedem Projekt immer auch um Eigenmittel geht. Beim straßenseitigen Ergänzungsneubau für ein Kulturzentrum Katharinenkirche, von dem das Fachamt in seinem Konzept zum Programm „Lebendige Zentren“ spricht, sollen 3,2 Millionen Euro von Bund und Land kommen sowie 800.000 Euro aus der Stadtkasse. Erste Überlegungen für einen Anbau hatte es im Nachwende-Stendal Anfang der 1990er-Jahre mit Beginn der größeren Sanierung gegeben. Aus der stark verfallenen ehemaligen Klosterkirche wurde zum Mai 1994 ein Konzertsaal. Die Akustik soll eine gute sein, und das in einem der schönsten Gebäude der Stadt. Und doch scheint nicht allen alles rund, es mangele eben drum herum an Raum gerade für große Ensembles.

Nachwende-Ideen nicht totzukriegen

Im kommunalen Musikforum finden nicht allein Konzerte statt, sondern verschiedenste Kulturveranstaltungen. Zudem wird in der Katharine auch gern einmal geheiratet, so richtig Platz für Hochzeitsgesellschaften ist nicht. Und auch das städtische Museum ist längst an seine Grenzen geraten. „Die Maßnahme soll primär zur funktionalen Verbesserung des Kulturzentrums Katharine dienen“, bringt es André Projahn für die Stadtverwaltung dann auch auf den Punkt. Und noch einmal: Überlegungen, „funktionale Mängel“ zu beseitigen, gab es schon im Zuge der Sanierung. „Der Architekt hatte bereits eine als gelungen zu bewertende Konzeptstudie erarbeitet.“ Und weiter: „Die damalige Konzeptstudie des Architekten wäre eine gute Basis.“ Was das genau bedeuten kann, bleibt abzuwarten.

Sprecher: Raumsituation oft defizitär

So könnte ein neuer separater Zugangsbereich mit entsprechenden Aufenthaltsflächen für Veranstaltungsbesucher entstehen, ein Foyer und mehr; auch könnte darüber ein Zugang zum Museum geschaffen werden. Künstler sollen Vorbereitungs- und Übungsräume bekommen. „Die derzeitige Situation ist absolut defizitär“, heißt es aus dem Büro des Oberbürgermeisters weiter. Für den Kulturbetrieb sei auch eine gesonderte angemessene Toilettenanlage wichtig. Darüber hinaus geht es um Räume für die Pausenbewirtung und um ein Lager für Instrumente und andere Gerätschaften. Diese Überlegungen von damals könnten den entscheidenden Schwung bekommen. Inwieweit ein solches Vier-Millionen-Projekt auch tatsächlich angegangen wird und ob sich vielleicht am Faktor Zeit noch etwas ändert, auch das muss sich zeigen.

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