Einstiges Traumpaar der DDR gewährte unterhaltsame Einblicke in Szenen einer Ehe

Mit Musik auf den Ex besinnen

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„Wie ein Stern“ in Harmonie trotz Scheidung: Chris Doerk fand zusammen mit ihrem Ex-Mann beim Auftritt im Stendaler Theater jede Menge Fans vor.

hh Stendal. Die große Rückblende des einstigen Ehepaars Chris Doerk und Frank Schöbel im Theater der Altmark (TdA) begann mit dem Kultsong „Hautnah“ – gesungen von ihm und begleitet von seiner Dreimann-Band mit zwei Gitarren und einem Piano.

Was dann folgte, war die Erfolgsgeschichte des beliebten Schlagerpaars aus der DDR vom ersten Zusammentreffen über große Liebe, dem Glück der Zweisamkeit und endlicher Scheidung – bis hin zur Wiederbesinnung zumindest auf musikalischer Ebene. Warum auch nicht! Andere Paare haben das ja ebenso vor- beziehungsweise nachgemacht.

Chris Doerk trat auf die Bühne mit dem 1962 von Heinz Quermann zum „Sommerhit“ des künstlerischen Nachwuchses erklärten Gershwin-Titel „Summertime“. Was zwischen Songs und Duetten dann weiter geschah, vollzog sich in mitunter leider zu langatmigen Rückerinnerungen: Ostsee, Musikhochschule Dresden, Liebeserklärungen in Briefen, gemeinsame Filmdrehs und Glücksempfindungen, wie sie eben bei jungen Leuten beliebt waren und sind: „Immer dabei und niemals vorbei“ oder „Heißer Sommer, wie wunderbar“.

Und was macht man als verliebtes Paar? „Man hängt den Mond in die Bäume!“ und singt „Schön ist es, dir in die Augen zu sehn“. Spielereien mit „Männern, die noch keine sind“ und Liebesbekenntnisse „Wie ein Stern in einer Sommernacht“ durften nicht fehlen.

Schöbel und Doerk haben nichts von ihrem musikalischen Charme verloren. Beiden wurde nach jeder Musiknummer reichlich und rhythmischer Beifall gespendet. Als die Scheidungsnachricht 1974 bekannt wurde, drohte eine EOSKlasse: „Sch…, dass ihr auseinander seid. Ihr müsst Euch wieder zusammen tun, sonst schreiben wir Erich Honecker“.

Aber auch der einstige ZK-Chef hat es nicht vermocht, aber die Beliebtheit alter und neuer Schlager brachte es zustande: Doerk und Schöbel stehen lächelnd einander frotzelnd, mit Charme singend auf der Bühne und hatten auch in Stendal die Fans auf ihrer Seite.

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