„Müsste mehr oval sein als rund“

Neuer Schulstandort: Bau eines Kreisels könnte Schützenplatz-Kreuzung entschärfen helfen

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Die Kreuzung am Schützenplatz kann für Autofahrer eine echte Herausforderung sein.

Stendal. Mehr als ein Dutzend Ampeln, mindestens sechs Straßen, die irgendwie miteinander zu tun haben, eine Sekundarschule – gerade im Berufsverkehr ist an Stendals Schützenplatz der Teufel los.

Wenn die Stadt am Haferbreiter Weg eine Grundschule bauen lässt, könnten dort noch mehr Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sein und die Autos der Eltern den Verkehrsknoten belasten. „Ein Kreisel wäre denkbar, aus städtebaulicher Sicht vielleicht sogar wünschenswert, doch der Platz reicht nicht aus und es müsste auch wegen der vielen Arme eine Sonderregelung geben. Der Kreisverkehr müsste mehr oval sein als rund“, sagt Manfred Krüger, Regionalbereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde, der AZ. Allerdings: „Der Bau eines Kreisels steht derzeit nicht im Fokus. “.

Es gebe aktuell schlichtweg keine Notwendigkeit. „Verkehrlich funktioniert die Kreuzung.“ In der Unfallstatistik liege der Bereich regelmäßig im vorderen Bereich, sicherlich, doch gehe es dabei in der Regel um leichtere Karambolagen. „Fußgänger und Radfahrer müssen besonders an der scharfen Ecke zur Bismarckstraße aufpassen, ein Zusatzlicht an der Ampel gibt inzwischen mehr Sicherheit.“ Wirkliche Defizite sieht der Behördenchef momentan nicht. Wie sich die Situation mit einer zusätzlichen Schule in der Umgebung entwickelt, müsse ein Stück weit auch einfach abgewartet werden. Der Neubau in der Haferbreite für die Grundschule „Petrikirchhof“ ist eine von mehreren zurzeit diskutierten Varianten.

Parkstraße, Arneburger Straße, Bismarckstraße, Haferbreiter Weg, Bergstraße und Nordwall: Die Zuständigkeiten sind verschieden, für die Hauptverkehrsader zeichnet das Land verantwortlich. Wenn überhaupt, müssten auch Stadt und das Kreisstraßenverkehrsamt mit an den Tisch. Thomas Müller, der für den Straßenbau des Landkreises zuständig ist, wäre also mehr oder weniger Zaungast mit seiner Meinung: „Prinzipiell sind Kreisverkehre zu begrüßen und Stendal hat bislang auch keine schlechten Erfahrungen mit ihnen gemacht. Der Kreisel am Uenglinger Tor ist da ein wirklich gutes Beispiel.“ Ein derartiges Großprojekt müsste aufwendig vorbereitet werden. „Der Umbau solcher Straßen ist keine leichte Aufgabe, die Einordnung in Förderprogramme ist allein schon eine Herausforderung, da würde jede Menge Geld bewegt“, erläutert Müller gegenüber der AZ.

Stadtsprecher Klaus Ortmann ist mit einer Einschätzung vorsichtig: „Ein Kreisverkehr ist nicht immer eine bessere Lösung. Ob am Schützenplatz überhaupt umsetzbar, wäre zu prüfen.“ Die versetzt einmündenden Straßen und die Verkehrsdichte seien aber sicherlich Besonderheiten. Inwieweit irgendwann mehr Kinder die Großkreuzung passieren müssten, sei momentan noch nicht absehbar. Zumal die Schuleinzugsbereiche mit einem neuen Lernort angepasst werden müssten. Und überhaupt: „Die Kreuzung Schützenplatz muss nicht zwingend der Schulweg in die Haferbreite sein. Aus der Innenstadt kommt man fußläufig oder mit dem Rad zum Beispiel über den Bruchweg auch dorthin“, skizziert Ortmann.

Von Marco Hertzfeld

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