Nachgefragt: Keine Überproduktion, dafür strengere Inspektionen und artgerechte Haltung

„Müsste mehr Kontrollen geben“

Massentierhaltung ist vielerorts weit verbreitet, um dem steigenden Konsum gerecht zu werden. Die AZ hat nachgefragt, was sich ändern muss.
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Massentierhaltung ist vielerorts weit verbreitet, um dem steigenden Konsum gerecht zu werden. Die AZ hat nachgefragt, was sich ändern muss.

Stendal. Der Skandal um die Missstände eines Milchviehbetriebes in Demker hat gezeigt wie groß die Defizite in der Massentierhaltung sein können.

Julia Kittner

Die Altmark-Zeitung hat sich in der Hanse- und Rolandstadt Stendal umgehört, wie die Meinungen zum Tierschutz sind, wo es Verbesserungsbedarf geben sollte und was die Bürgerinnen und Bürger selbst für den Tierschutz tun: Julia Kittner gibt zu, sich zwar nicht aktiv im Tierschutz zu engagieren, doch ihre Familie kaufe überwiegend Bio-Ware oder die regionalen Produkte auf dem Wochenmarkt. Vor allem für die Massentierhaltung wünscht sich die Stendalerin viel strengere Vorschriften. „Wir essen das. Unsere Kinder essen das. “ Um dem Teufelskreis zu entgehen, sollte die ständige Überproduktion verringert werden, beharrt die 33-Jährige.

Rüdiger Polte

Auch der Stendaler Rüdiger Polte ist ihrer Meinung. „Es müsste viel mehr Kontrollen geben, auch unangekündigt“, kritisiert der Rentner gegenüber der AZ. Das teilweise drastische Vorgehen der Tierschützer unterstützt er, wenn tatsächlich Missstände bestehen sollten. „Wenn es wirklich Verfehlungen gibt, dann ist das auch in Ordnung.“

Marita Glashagen

Marita Glashagen ist da gespaltener Meinung. Die 46-jährige Zahnarzthelferin hat selbst einen Hund und war früher im Naturschutzbund Deutschland (NABU) aktiv. Aber ob das Ziel der Tierschützer wirklich die Mittel heiligt? „Es ist schwierig. Die Behörden sollten strenger kontrollieren. Aber vielleicht haben sie auch nicht genug Leute dafür.“

Marcus Peters

Der 32-jährige Magdeburger Marcus Peters findet, dass sich an der Art der Tierhaltung etwas verändern muss. „Heute werden die Männchen, Weibchen und Jungtiere oft getrennt. Das kann für die Tiere doch auch nicht gut sein“, gibt er zu bedenken.

Willmar Kornek

„Über die Massentierhaltung kann ich nur mit dem Kopf schütteln“, sagt auch Willmar Kornek. Der 71-Jährige aus Hassel ist der Meinung, dass „sich an den Haltebedingungen dringend etwas ändern muss“. „Aber alle reden immer nur darüber und es passiert rein gar nichts.“ Ställe und Flächen für die Tierhaltung müssten dringend größer werden, so der Rentner. Den entsprechenden Preis dafür ist er gerne bereit zu zahlen: „Dann müssen Produkte eben auch teurer werden.“

Von Laura Kühn

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