Keine Detektive mehr gegen illegales Abladen im Einsatz

Müll bleibt ein Problem

+
Unter anderem in Stendal-Süd gab es Müll-Tourismus. Er muss von Stadt und Abfallwirtschaftsbetrieb abgeholt werden.

kah Stendal. „Eine sehr missliche Geschichte“, so sagt es der Stendaler Bürgermeister Klaus Schmotz, sei das wilde Entsorgen von Müll an den Randgebieten der Hansestadt. Und das werde sich voraussichtlich auch nicht ändern.

Das liegt nahe nach einer Stellungnahme des Verwaltungschefs auf eine Anfrage des SPD-Stadtrats Reiner Instenberg. Was fehle, seien „Mülldetektive“, die Menschen dabei ertappen, wie sie ihren Müll einfach am Straßenrand entsorgen.

In einer vergangenen Ausschusssitzung hatte der Sozialdemokrat Instenberg nachgehakt, was die Stadt gegen den „Mülltourismus“ tun könne. Schmotz etwas resigniert: „Uns sind die Hände gebunden.“ Bis vor einiger Zeit habe es noch „Mülldetektive“ gegeben – Menschen, die meist auf dem zweiten Arbeitsmarkt darauf achten, dass Müll richtig entsorgt wird und das illegale Abladen von Unrat melden. Die gebe es aber nicht mehr.

Stendals Stadtsprecher Klaus Ortmann erklärte auf AZ-Nachfrage, dass dafür unter anderem zusammengestrichene Fördergelder für Projekte des Jobcenters verantwortlich wären, bei denen Arbeitnehmer bei geringem Lohn eingestellt wurden.

Es sei schwierig, Mülltourismus entgegenzuwirken, so Schmotz. Auch das Aufstellen von Kameras, um so Missetäter zu erwischen, sei rechtlich unzulässig. Instenberg reagierte darauf gegenüber der AZ unzufrieden. „Man könnte Privatdetektive beauftragen“, meint er. Diese könnten dann durch Bußgelder finanziert werden – oder direkt einen gewissen Prozentsatz der zum Teil hohen Strafgelder bekommen. Markante Punkte seien unter anderem Straßen nach Wahrburg oder laut Stadtsprecher Ortmann die Möringer Straße und der Bereich hinter der Asylbewerberunterkunft. Bereits in den vergangenen Wochen gab es auch Fälle von Mülltourismus bei den Wohnblocks von Stendal-Süd (die AZ berichtete).

Von Kai Hasse

Weitere Lokalnachrichten im E-Paper und in der Printausgabe der Altmark-Zeitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare