Eigentümer: „Musste handeln“ / Verein plant Angebot für Touristen

Notsicherung am Denkmal: Mühlencafé in Werben geplant

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Werben. Im 171. Jahr nach ihrem Wiederaufbau in der Altmark gibt es für die fast 200 Jahre alte Werbener Bockwindmühle große Pläne.

Eigentümer Michael Schnelle kümmert sich mit Ehefrau Simone um das ursprünglich erstmals im Jahr 1824 in Mecklenburg-Vorpommern errichtete Industriedenkmal. Für den Erhalt des imposanten Bauwerks hatte Schnelle im Februar vor 15 Jahren eigens einen Verein, den Mühlenverein Werben, gegründet.

Weil von den maroden Flügeln Gefahr gedroht habe, ließ der Mühlenverein Werben moderne Demontagetechnik auffahren. Die Instandsetzung werde etwa 30 000 Euro kosten, schätzt Vorsitzender Michael Schnelle.

Und seitdem der Unternehmer, der im Parlament der weltkleinsten Hansestadt die CDU-Fraktion anführt, vor Kurzem kräftig Hand an die Flügel des Bauwerks anlegen ließ, würden Gerüchte in der Region kursieren, dass Schnelle die Mühle abbauen lasse, um sie zu verkaufen, berichtet der Werbener der AZ am Freitag. Die Spekulationen würden sich auf einen Fall beziehen, der sich vor einigen Jahren in Seehausen ereignet habe, als dort eine Windmühle demontiert und zum Wohnhaus umgebaut worden sei, wie Schnelle weiter erklärt. „Ich musste handeln“, verweist der Vorsitzende des Mühlenvereins auf drohende Gefahr durch maroden Bandstahl in den Flügeln. Diese Bauteile seien 28 Jahre alt. Da sie aber über keinen Mechanismus verfügten, seien es „reine Show-Flügel“, erläutert der Besitzer. Er wirbt für die Instandsetzung des Denkmals um EU-Fördergeld. Die Lokale Aktionsgruppe „Mittlere Altmark“ hat das Vorhaben auf die 31. Stelle ihrer jüngsten, insgesamt 54 Plätze umfassenden Prioritätenliste gesetzt. Ob und wann von dort Finanzen freigegeben werden, ist offen.

Fest steht für Schnelle aber, dass er im Frühjahr damit beginnen werde, das Dach der Mühle abzudichten. Im Umfeld des hölzernen Kolosses, der sich in direkter Nachbarschaft zum Sitz seines Unternehmens an verkehrstechnisch günstiger Stelle nahe des Werbener Freibads direkt an der Landesstraße 2 in Richtung Seehausen befindet, sollen bald auch Sitzbänke für Besucher aufgestellt werden. Und nicht zuletzt plant Schnelle, in der Mühle ein Café einzurichten. Für den Betrieb sei der Christdemokrat noch auf der Suche nach einem Betreiber. Das Interesse der Touristen am Bauwerk sei jedenfalls vorhanden.

Von Antje Mahrhold

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