Junges Opernensemble überzeugte mit Gesangskultur und Spiel im Theater der Altmark

Mo(t)zart im Stendaler Rangfoyer

Auszug aus „Die Zauberflöte“: Die Dramatik stieg beim Auftritt des Tamino mit erhobenen Schwert.

hh Stendal. „Saure Wochen“ harter Probenarbeit lagen hinter dem Ensemble junger Sängerinnen und Sänger, bis sie „frohe Feste“ an zwei Abenden im Rangfoyer des Theaters der Altmark feiern konnten.

Hier stellten sie mit „Mo(t)zart“ ihr musikalisches Talent und szenisches Spielvermögen in einem Szenenvorspiel aus Mozartopern unter Beweis.

Es wurde ein Opernabend besonderer Güte mit herzerfrischend jungen Stimmen, die mit jugendlicher Unbekümmertheit das ausglichen, was mitunter ihnen noch an ausgefeilter Gesangstechnik fehlte. Jubel und Beifall lohnte ihnen die Mühen der vergangenen Wochen im Opernstudio von Sängerin und Regisseurin Maria Hußmann, die die jungen Talente im Land ausgespäht und um sich geschart hatte.

Im ersten Teil gaben sich Szenen aus „Der Schauspieldirektor“, „Figaros Hochzeit“, „Cosi fan tutte“, „Entführung aus dem Serail“ und “La finta giardinera“ ein Stelldichein.

Köstlich das Duell der beiden „erste Sängerinnen“ Sophia Körber (21) und Sara Maria Saalmann (21), mit denen der Schauspieldirektor Julian Rohde (21) seine liebe Not hatte. Sein frischer Tenor kam auch in Szenen als Belfiore und Tamino zum Tragen. In den „Figaro-Szenen“ bewiesen Sophia Körber als Susanne, Johanna Tirrel (15) als Barbarina, Michelle Baum (16) als Cherubino und Virginia Ferencik als Gräfin ihr stimmliches Talent beim Spiel in der Szene. In der weiteren Szenenfolge gab es viel tosenden Beifall für Gaia Mattuzzi (24) für ihre Dorabella.

Mit fundiertem Bass präsentierte sich Maximilian Klakow (19), der vielseitig eingesetzt, sowohl als Osmin wie auch als Sarastro überzeugte und schließlich im Duett mit Papagena Johanna Staub (19) auch im Baritonfach zu Hause war.

Eine ausgereifte schwierige Koleraturleistung sicherte Sophia Körber als Königin der Nacht in der „Zauberflöte“ herzlichen Sonderbeifall. Die Jüngsten der Runde waren Rico Neher (11), Laura Tirell (11) und Marian Jenke (13). Sie durften als Knabenterzett die zu Tode betrübte Pamina Sara Maria Saalmanns trösten.

Das Ensemble hat seine „Feuertaufenprobe“ nicht nur mit der „ Zauberflöte“ mehr als gut bestanden. Mozart hätte seine wahre Freude an diesen jungen Talenten gehabt, die sich seiner Werke liebevoll lebendig und gekonnt annahmen.

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