„Mir hat die Praxis gefehlt“ / Bedarf beim Bürgertelefon melden

Mobile Corona-Tester erstmals in Stendal im Einsatz

Mit einem Dienstwagen des Landkreises macht das Tester-Duo seit Donnerstagvormittag im Auftrag des Gesundheitsamtes Hausbesuche. Nach einem Einsatz in einem Pflegeheim in Tangermünde war die Kreisstadt dran.
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Mit einem Dienstwagen des Landkreises macht das Tester-Duo seit Donnerstagvormittag im Auftrag des Gesundheitsamtes Hausbesuche. Nach einem Einsatz in einem Pflegeheim in Tangermünde war die Kreisstadt dran.

Stendal – 55 Eingriffe in Richtung Gaumenbogen hat der erste Mobile Coronavirus-Tester des Landkreises schon am Vormittag seines ersten Einsatztags erledigt.

„Mir hat die Praxis gefehlt“, sagt Paul Schroeter, der im Auftrag des Gesundheitsamts seit Donnerstagvormittag mit Teströhrchen auf Tour ist.

Dafür war mit dem Medizinstudenten erst am Mittwoch ein Praktikumsvertrag unterzeichnet worden. Anlass für das Vorgehen sei, dass zuletzt vom Land angekündigte Test-teams auf sich warten ließen, wie Amtsärztin Dr. Iris Schubert erläutert.

Vor jedem Gang in den neuen Einsatzort wird neue Schutzkleidung angelegt.

An seiner Seite hat der 21-Jährige aus Osterburg mit Susan Taeger (30) eine angehende Verwaltungsfachangestellte. Die 30-Jährige steht ihrem neuen Kollegen zur Seite, um den Papierkram zu erledigen. Erste Amtshandlung für das Tester-Duo ist ein Altenheim in Tangermünde gewesen. Die Einrichtung stehe seit Mittwoch unter Quarantäne. Weil dort bei Bewohnern laut Schubert „vermehrt“ Symptome aufgetreten seien, veranlassste die Behörde die Tester-Tour in der Kaiserstadt, weil ältere Leute nicht alle ins Fieberzentrum nach Stendal gebracht werden könnten. Bis gegen Mittag war das Team Schroeter/Taeger für drei Abstriche in Wohnungen in Stendal sowie für einen Test in einem kleineren Ort eingeteilt.

Zum Abstrich in die Wohnung: Geklingelt wird auch bei Quarantäne-Personen mit Symptomen.

Hausbesuche mit dem Teströhrchen macht das Duo generell nur auf Kommando des Gesundheitsamts. „Wir arbeiten gut mit den Hausärzten zusammen“, sagt die Amtsleiterin. Und das Heim in Tangermünde habe die Probenentnahme „gut vorbereitet“. Dort seien auch „nicht alle krank“. Auch das Personal sei getestet worden, erläutert sie. „Die Heimleitung hat uns sogar das Material zur Verfügung gestellt“, berichtet Tester Paul. Der Arztsohn aus der Biesestadt kann erst einmal kräftig an der Basis wirken – weil sein Studium in Stettin derzeit viralbedingt ruht.

VON ANTJE MAHRHOLD

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