Kreisverkehrswacht organisiert am 13. April Senioren-Spezialtraining / „Verantwortung eines jeden einzelnen“

Mobile Alte prüfen PS-Fitness am Rollfeld

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Das Jahresmotto „Riskier nicht“ gilt auch für Vize-Chef Wolfgang Kaiser und Vorsitzenden Bruno Zowada.

Stendal. Die Kreisverkehrswacht (KVW) ist Anfang des Monats mit frischem Personal in ihre neue Unfallpräventionssaison gestartet. Das Jobcenter Stendal habe für sechs Mitarbeiter Beschäftigungsmaßnahmen bis Ende Oktober genehmigt, verkündet Bruno Zowada.

Die staatlich finanzierten Verkehrswächter auf Zeit sollen für die „Hauptaufgabe“ des Vereins in Schulen, Kindertagesstätten und Jugendklubs der Region mit Fahrradprüfungen und -turnieren sowie Aktionen im neuen Verkehrsgarten unweit der Carl-Hagenbeck-Straße im Stadtteil Stadtsee wirken.

Nicht nur der mobile Nachwuchs steht im Fokus von Zowadas Truppe. Mit seinem erst im Februar frisch in den Vize-Chefposten gewählten Stellvertreter Wolfgang Kaiser will sich die örtliche Anti-Unfallwacht verstärkt um das Fahrverhalten älterer Menschen kümmern. Und während die Republik hier und da lautstark über mögliche Zwangsanordnungen für ältere Autofahrer diskutiert, lässt die KVW am 13. April auf dem Flugplatz im Ortsteil Borstel die Pkw-Motoren aufdrehen. Sollen doch an Jahren reife PS-Piloten möglichst lang Teil der mobilen Gesellschaft bleiben, aber eben möglichst sicher. „Ich bin fit – bin ich fit?“ lautet dann auch der Titel des speziellen Sicherheitstrainings für Senioren am Rande der Landebahn. Ab 13 Uhr setzt sich die Trainingsgemeinde an diesem Tag nicht nur hinters Steuer, sondern soll sich auch in aktiver Selbstkontrolle üben. Denn nicht nur Fahrlehrer Jörg Freytag gibt den Damen und Herren dann Tipps, wie altersbedingte Leistungsdefizite beim Hantieren mit Gas und Bremse ausgeglichen werden können. Mit Optikerin Bianca Gnatzy aus Tangermünde und dem Team eines Stendaler Hörgeräte-Anbieters können sich die Senioren ebenso überprüfen, wie bei einem sicher anspruchsvollen Bremsreaktionstest. Schließlich komme es letztlich „auf die Verantwortung eines jeden einzelnen“ an, gibt der KWV-Vorsitzende zu bedenken. Und verweist auf den „dramatischen Anstieg“ der Verkehrsunfälle mit Menschen über 65 Jahre am Steuer. Das Sicherheitstraining kostet inklusive Tagesversicherung für das Auto der Teilnehmer 70 Euro. Einen weiteren Termin für diese Zielgruppe hat der Verein auf Stendals Airport für den 23. September, 9 Uhr, gebucht. Eine Extra-Aktion in Sachen sicheres Autofahren nur für Frauen bietet die Institution am 11. Mai, 13 Uhr, am Borsteler Rollfeld an. Und auch für die Jugend bleiben die organisierten Verkehrswächter kräftig auf Touren. Die Aktion „Junge Fahrer“ nimmt 2012 zwei Veranstaltungstage in Anspruch. Austragungsort wird am 5. Juni und 18. September Stendals Berufsschulzentrum an der Schillerstraße.

Für alle, die weder zu alt noch sehr jung sind, sich aber auch noch nicht zu den Senioren zählen, organisiert der Verein sein Angebot „Mobil bleiben“. Erstmals auf dem frisch hergerichteten Vorplatz an der Stadtseeallee bezieht das Team am 4. April, 9 Uhr, mit Gurtschlitten und Fahrsimulator Station, um Menschen ab 50 Jahren für die oft unerwartet lauernden Gefahren des Straßenverkehrs zu sensibilisieren.

Fest im Sattel hat der Verein weiterhin seine Aktivitäten für die Drahtesel-Fans der Region. Die Veranstaltungsreihe „Fahr Rad“ beginnt mit einem Frühjahrs-Check am 19. April im Verkehrsgarten an der Rückseite der Grundschule „Am Stadtsee“. An diesem Auftakttag werden laut Zowada Erst- bis Viertklässler der Grundschule „Juri Gagarin“ erwartet. Das Präventionsprojekt für Radfahrer wird dann am 1. Juni im Schwimmbad in Havelberg fortgesetzt. Beim traditionellen Tag der Verkehrssicherheit auf Stendals Marktplatz, der dieses Jahr am 16. Juni stattfindet, sind Zowadas Akteure ebenso vertreten wie bei einer Mitmach-Aktion am 31. Juli auf dem Marktplatz in Tangermünde.

Von Antje Mahrhold

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