Stichwahl in Goldbeck

Vier-Stimmen-Vorsprung für Christian Masche

Christian Masche wird Bürgermeister in Goldbeck
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Christian Masche wird neuer Bürgermeister Goldbeck.
  • Antje Mahrhold
    vonAntje Mahrhold
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Mit 255 zu 251 Stimmen hat Christian Masche die Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Goldbeck hauchdünn gewonnen.

Goldbeck – „Manche haben wohl gedacht, ich bin zu alt“, freut sich Jürgen Lenski am Vormittag nach seiner superknappen Niederlage über die 251 Wähler, die den 71-Jährigen auf dem Goldbecker Gemeindechef-Sessel sehen wollten. Es sei das „Manko“ des gebürtigen Rheinländers aus Eichstedt, dass er nicht „von hier“ sei. Dennoch bewerte er das Resultat der Stichwahl um das ehrenamtliche Goldbecker Bürgermeisteramt vom Sonntagabend als „erstaunlich“. Und er finde es „toll“, dass exakt 49,6 Prozent aller insgesamt 509 Wähler für ihn angekreuzt haben. Lenski: „Ich kann mit dem Ergebnis gut leben.“

Mit einem recht hauchdünnen Vorsprung von genau vier Stimmen scheint Wahlsieger Christian Masche von seinem Heimatvorteil profitiert zu haben. Für den 48-Jährigen aus Petersmark machten 255 Wähler in den Lokalen in Goldbeck und Bertkow ihr Kreuz. Fast die Hälfte der Wähler blieb dem Urnengang fern. Dennoch lag die Beteiligung höher als bei der Hauptwahl, da am Sonntag 61 Stimmberechtigte mehr als noch zwei Wochen gezählt wurden. Am 28. Februar war Mitbewerberin Marion Eggert-Köppe aus dem Rennen gegangen. Für die 48-Jährige aus Möllendorf stimmten 158 Wähler.

Und während Stichwahl-Zweitsieger Lenski dem Erstplatzierten für das neue Amt „eine gute Hand im Sinne der Gemeinde Goldbeck“ wünsche, halte es der 71-Jährige aber auch nicht für ausgeschlossen, demnächst wieder für ein Bürgermeisteramt anzutreten. So werde etwa in seinem Heimatort Eichstedt wohl in zwei Jahren ein neues Gemeindeoberhaupt gewählt, wie Lenski der AZ sagt.

Den ersten Tag als Bürgermeister in spe hat Wahlsieger Christian Masche in einer Stendaler Warengenossenschaft verbracht. Es habe sich um seinem ersten Probearbeitstag gehandelt, wie der 48-Jährige berichtet. Und weil der Petersmarker „überhaupt nicht geglaubt“ habe, dass er gewählt werde, musste er mit seinem neuen Chef angesichts des Goldbecker Wahlresultats auch gleich über eine nun notwendige Arbeitszeitreduzierung sprechen. „Ich bin total überrascht“, habe Masche seinen Sieg noch nicht völlig realisiert. Erster Gratulant am Wahlsonntagabend sei ein Landwirt aus Petersmark gewesen, später gratulierte ihm auch Arneburg-Goldbecks Verbandsgemeinde-Chef. Mit seiner Familie habe der Wahlsieger „kurz angestoßen“. „Alle haben mich gedrückt“, schildert er die Freude seiner Angehörigen. „Ich bin nicht davon ausgegangen, dass ich gewählt werde“, sieht der designierte Gemeindechef aber bereits am heutigen Dienstag einem ersten offiziellen Gespräch mit Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau (parteilos) im Verwaltungsamt entgegen. tje

Stimmen zur Wahl:

Arneburg-Goldbecks Verbandsgemeinde-Bürgermeister René Schernikau:

„Am Wahlabend habe ich Herrn Masche über den Ausgang informiert und ihm zu seinem Wahlsieg gratuliert. Ich habe Herrn Masche im Telefonat erneut meine Unterstützung zugesichert, wie auch bereits in unserem Informationstermin vor der Wahl, in dem wir uns zu den anstehenden Themen der Gemeinde Goldbeck intensiv ausgetauscht hatten.

Ich freue mich auf die kommende Zusammenarbeit. Bereits für heute haben wir unsere erste Besprechung vereinbart, um Herrn Masche auf die Gemeinderatssitzung am Donnerstag und deren Themen vorzubereiten.“

Goldbecks Ex-Bürgermeister Torsten Dobberkau:

„So geht Demokratie. Manchmal liegt es an vier Stimmen. Ich bin aber dafür, dass jeder seine Chance bekommt. Und mancher wächst ja auch mit seinen Aufgaben. Ich werde Herrn Masche, wenn gewünscht, definitiv bei seiner Arbeit als neuer Bürgermeister unterstützen. Für seine Amtszeit wünsche ihm viel Erfolg.“

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