Komplex in Stadtsee kostet fast zwei Millionen Euro

Neue Sporthalle: Stendals Kosmonauten-Schule Komarow übt sich in Geduld

Die neue Sporthalle Komarow in Stendal ist noch eingerüstet.
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Ein helles Grün dürfte die neue Komarow-Sporthalle in Stendal prägen. Schon rein farblich setzt sich der Komplex von seinem mausgrauen Vorgänger ab.
  • Marco Hertzfeld
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Mission Sporthalle fast erfüllt: Stendals Kosmonauten-Schule Komarow muss sich weiter gedulden. Die neue Sporthalle braucht noch Zeit.

„Noch unerforschtes Gebiet“ titelte die AZ vor fast auf den Tag genau zwei Jahren. Eine Bildungsstätte, die den Namen des sowjetischen Kosmonauten Wladimir Komarow trägt, und Vereine warteten auf eine Sporthalle. Der Neubau im Stadtseegebiet sollte 1,6 Millionen Euro kosten und Mitte 2021 stehen, so war es zumindest geplant. Nach einigem Hin und Her scheint die Mission nun allmählich erfüllt, das Rathaus sieht sich in der Spur. Wenngleich Sprecher Armin Fischbach mit einem genauen Übergabetermin vorsichtig ist. Der Bau verlaufe jedenfalls trotz einiger Lieferengpässe durchaus im Zeitplan. „Die Fertigstellung ist für den Dezember 2021 vorgesehen.“ Spätester Zeitpunkt für eine Übergabe sei das zweite Schulhalbjahr 2021/22, das am 21. Februar beginnt.

Im Januar dieses Jahres hatten die Arbeiten an der Theodor-Fontane-Straße schon einmal Fahrt aufgenommen. Nachdem im März das Stahltragwerk gerichtet wurde, begannen die Maurerarbeiten für die Außen- und Innenwände. „Inzwischen ist das Gebäude vor Witterungseinflüssen geschützt, das heißt, das Dach ist komplett eingedeckt, sämtliche Fenster und Außentüren sind eingebaut“, weiß Fischbach nach Rücksprache mit dem Fachamt. An der Halle sind bereits die Vorsatzmauerschale sowie die Unterkonstruktionen für die Fassade mit Hinterlüftung im oberen Bereich hergestellt. „Aktuell sind die Ausbaugewerke – also Fassade, Sanitäranlage, Fliesen und mehr – in Arbeit und schreiten gut voran.“ In dieser Woche soll das Objekt an die Fernwärme angeschlossen sein.

An derselben Stelle befand sich eine Halle aus DDR-Zeiten. Eine Sanierung des alten Komplexes war Politik und Verwaltung zu aufwendig, die Verantwortlichen hatten genau hinschauen und prüfen lassen. Zu schlecht schien der Zustand und zu hoch die Summe an Geld, welche die Hansestadt hätte in die Hand nehmen müssen. Die Kosten für die Einfeldsporthalle in Massivbauweise werden sich alles in allem „auf den veranschlagten Kostenansatz von 1,9 Millionen Euro belaufen“, heißt es aktuell aus dem Büro des Oberbürgermeisters weiter. Und: „Derzeit gibt es auch keine Indizien, die hier auf eine Teuerung hindeuten.“ Das Sportdomizil befindet sich in Sichtweite der Komarow-Sekundarschule an der Stadtseeallee, die benachbarte Gagarin-Grundschule hat eine eigene Halle.

Die Komarow-Sporthalle mag ein wenig abseits liegen, Bedeutung hat sie allemal. „Einmal natürlich wegen der Absicherung des Schulsports. Die Sekundarschule ist auf eine moderne Sporthalle angewiesen und auch andere Schulen sind bereits dorthin ausgewichen. Es musste ein adäquater Ersatz für den abgerissenen Altbau her“, meint Fischbach. „Zum anderen hat die Halle eine hohe Bedeutung für den Vereinssport, der in der Sportstadt Stendal traditionell hochgehalten wird. Die letzten Untersuchungen stellten fest, dass es in Stendal insgesamt noch zu wenig Hallenkapazität gibt, weshalb wir dem schnellstmöglich ein Stück weit abhelfen wollen.“ Und: Sport habe eine sozial-integrative Wirkung, verbinde in Stadtsee Menschen verschiedener Nationalitäten und sozialer Hintergründe.

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