DNA im Slip der Sechsjährigen überführt den Täter

Missbrauch im Kirchenasyl: Anderthalb Jahre Knast für 34-jährigen Iraner

mei Stendal / Schönhausen. Ein 34-jähriger Iraner hat im Schönhausener Pfarrhaus am 17. September 2016 ein sechsjähriges Mädchen sexuell missbraucht. Zumindest ist Stendals Richter Ulrich Galler davon überzeugt.

Der Iraner wurde zu anderthalb Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Der Strafrahmen lag zwischen sechs Monaten und zehn Jahren. „Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig“, betont Dr. Michael Steenbuck, Sprecher des Landgerichts.

Aus dem Gericht

Der Iraner hatte sich zur Tatzeit im Kirchenasyl in Schönhausen befunden. Er ist von Abschiebung bedroht und hat einen sogenannten Duldungsstatus.

Vor Gericht hatte der Flüchtling ausgesagt, dass er das Mädchen und dessen Familie schon ein halbes Jahr lang kenne und oft mit dem Kind und deren Geschwistern gespielt habe. Am Tattag sei er mit der Sechsjährigen nur ganz kurz allein gewesen. Wie sein DNA-Material in ihren Slip gelangt ist, könne er sich nicht erklären. Er habe sie nur umarmt und sei mit ihr schwimmen gegangen.

Das DNA-Material war von einer Tatortgruppe sichergestellt worden, nachdem die Mutter des Mädchens noch am Tattag die Polizei alarmiert hatte. Die Analyse der DNA-Probe ergab, dass das Material nur von dem Angeklagten bzw. dessen Vater stammen kann. Das bestätigte ein Gutachten des Landeskriminalamtes. Der Vater befindet sich nicht in Deutschland, weshalb die zweifelsfreie Zuordnung zu dem 34-jährigen Iraner möglich war.

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