Grundschuldebatte neu entfacht / Hohenberg-Krusemarks Bürgermeister droht mit Eilverfahren

Minister will Gesamtpaket sehen

Zu verkaufen: Für Hohenberg-Krusemarks 1906 erbaute, einstige Volksschule samt 858 Quadratmeter Landwirtschaftsfläche sucht die Verbandsgemeinde einen Nachnutzer. Foto: Mahrhold

Arneburg-Goldbeck. Die künftige Anzahl der Grundschulen auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde ist entgegen jüngster Beschlüsse von Kreistag und Landesschulamt wieder in Bewegung. Und zwar so sehr, dass der Bürgermeister der inzwischen bis zum 30.

Juni zum Verkauf stehenden Grundschule Hohenberg-Krusemark mit rechtlichen Schritten droht. „Das werde ich auch durchziehen“, kündigte Dirk Kautz Donnerstagabend auf der Sitzung der Verbandsgemeinderatsausschüsse für Schulen und Finanzen an. Notfalls werde er sogar mit einer einstweiligen Verfügung ein Eilverfahren einleiten.

Grund für den Ärger des Dorfoberhaupts ist ein erst in Arneburg und dann nach Goldbeck verlegtes Treffen mit dem Kultusministerium. „Der Staatssekretär möchte unser Gesamtpaket sehen“, sagt Verbandsgemeinde-Bürgermeister Eike Trumpf. Zu dem bis gestern Abend auf den 24. Juli anberaumten Treffen seien nur die Bürgermeister der Schulstandorte Arneburg, Goldbeck, Iden, Rochau und Werben eingeladen worden, während die Dorfoberhäupter von Hohenberg-Krusemark und Hassel (Grundschule Sanne) außen vor blieben. „Wir stehen zu Arneburg“, bekräftigt Kautz. Er verweist darauf, dass Hohenberg-Krusemark „mit die meisten Kinder hat“, aber den Standorteentscheid trotzdem mittrug. Angesichts der jüngsten Entwicklungen fühle sich die Gemeinde nun außen vor gelassen. „Die Hindenburger schicken ihre Kinder nicht nach Werben“, weiß er aber auch.

Die Verlegung des Staatsministerbesuchs in Goldbeck habe Magdeburg erst kurz vor der Sitzung in einer E-Mail mitgeteilt, berichtete Trumpf gut zwei Dutzend Verbandsgemeinderäten. Arneburg-Goldbecks oberster Bürgermeister will sich nun aber im Ministerium für einen Ausweichtermin stark machen: damit alle Dorfoberhäupter dabei sein können. Derweil verhandelt der Hauptamtsleiter bereits mit Umzugsfirmen – geplantes Kartonrücken in Hohenberg-Krusemark soll am 22. oder 23. Juli sein. „Sonst spielen die Lehrer nicht mit“, begründet Ronny Gabel.

Von Antje Mahrhold

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