Elf Monate nach der Flut

Hochwasser: 350 haben Elb-Havel-Land verlassen

STENDAL -  Ein Todesopfer, 125 Millionen Euro Gesamtschaden, vier Millionen Sandsäcke, 6780 Tonnen Müll. 4000 Quadratmeter waren überflutet, 1250 Gebäude standen unter Wasser. Ein Deichbruch bei Fischbeck. Das sind die nüchtern zusammengefassten Eckdaten, die der 1. Beigeordnete Dr. Denis Gruber jetzt für das Hochwasser vor elf Monaten im Landkreis Stendal zog.

Knapp ein Jahr später haben noch immer längst nicht alle Opfer die nötige und fest versprochenen Hilfen erhalten. Und: Immer mehr Menschen verlassen die überflutungsgefährdeten Gebiete.

Bernd Witt, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Elb-Havel-Land, erwartet in den nächsten Jahren 80 Millionen Euro von Land, Bund und EU für den Wiederaufbau. Allein in seinem Zuständigkeitsbereich gibt es 360 schadhafte Stellen auf 40 Kilometern Deich. In der 9000-Einwohner-Gemeinde hatten 200 Häuser Hochwasserschäden, 24 mussten abgerissen werden. 800 Bäume an der Bundesstraße sind tot. Seit der Flut haben 350 Menschen (!) die Region verlassen.

Kurz nach dem Hochwasser hatte der Bund neun Milliarden Euro zugesagt. Bis Mitte April 2014 sind erst 18 Millionen Euro in den Landkreis Stendal geflossen, zusätzlich 13,1 Millionen Euro für Wohneigentum. Der Gesamtschaden an den Gebäuden liegt aber laut der 511 Anträge aus der Ostaltmark bei 26,2 Millionen Euro. Von den 128 Anträgen auf den Neubau von Gartenlauben, Ferien- und Wochenendhäusern sind 22 bewilligt und 98 000 Euro ausgezahlt worden.

13 Sportvereine aus dem Landkreis haben Anträge auf drei Millionen Euro gestellt, davon wurden erst acht mit insgesamt 410 000 Euro bedacht. Während einer Info-Tour von SPD-Bundestagsabgeordneten unter dem Motto „Ein Jahr nach dem Hochwasser“ wurde gefordert, ein Hochwasserkonzept zu erstellen und die Förderrichtlinien zu ändern. Beispielsweise dafür, dass für nahezu alles Neue, das von den Flutopfern angeschafft werden muss, drei Angebote vorzulegen sind. Das mache die Menschen psychisch kaputt, hieß es. - mei

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