Mensch 2013: Wehrleiter Uwe Berzow koordinierte Freiwillige am Deich

Jedem eine Aufgabe geben

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Teilweise war Uwe Berzow mit seinen Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr Bölsdorf 48 Stunden im Dauereinsatz. Während der Flut 2013 musste er nicht nur die eigenen Kräfte, sondern auch über 100 Freiwillige am Deich koordinieren.

Bölsdorf. „Deichverteidigung kann man trainieren“, sagt Uwe Berzow, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Bölsdorf. Mit der Hochwasserlage vom Juni 2013 umzugehen, war dann aber doch eine größere Herausforderung. „Innerhalb der Feuerwehr haben wir Strukturen.

Die fangen bei zwei Leuten an und gehen hinauf bis zehn. “ Doch als es um die Deichverteidigung rund um den Ort ging, standen auf einmal im Schnitt 120 Personen bereit. Eine Personenzahl wie diese zu koordinieren, lerne man nirgends. Die Feuerwehr sei eine gewachsene Gemeinschaft, da passt man aufeinander auf, hört aufeinander und nimmt den Rat der Kollegen im ehrenamtlichen Dienst auch an. „Wenn Menschen helfen wollen, sie zehn Minuten nichts zu tun haben, werden sie unruhig“, erklärt der 50-Jährige. In Zusammenarbeit mit dem ortsansässigen Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) und den 20 Kameraden wurde die Arbeit an der Wasserkante organisiert. Unter der Leitung von Ortsbürgermeister Dieter Melzer wurden Verpflegung und Sandsäcke herbeigeschafft.

Mit seinen 181 Einwohnern ist Bölsdorf mit 20 Kameraden in der Feuerwehr gut aufgestellt. Uwe Berzow trat, wie es früher noch üblich war, mit 16 in die Wehr ein. An einem Deich zu wohnen, an dem auch das Wasser manchmal etwas hoch steht, daran sind die Bölsdorfer gewohnt.

„Wir haben unseren Keller so eingerichtet, dass wir unsere Vorräte schnell in Sicherheit bringen können.“ Beim Hochwasser 2002 musste er allerdings die Heizung im Keller rausschneiden. Ob es eine Situation gibt, in der der Wehrleiter aufhören würde, den Deich zu verteidigen? „Nein. Mit der Meinung stehe ich in Bölsdorf nicht alleine da. Das Eigentum wird verteidigt. Wenn es aber um Menschenleben geht, diese in Gefahr sind, würde ich jedoch weichen.“

Von Alexander Postolache

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