Mensch 2013: Michael Dihlmann koordinierte Flut-Hilfe unter Landwirten

Gemeinsam zur Hilfe geeilt

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Michael Dihlmann organisierte Unterstützung für Landwirte östliche der Elbe und stellte während der Juni-Flut im vergangenen Jahr technische Hilfe zur Verfügung.

Busch. Michael Dihlmann redet von einem „Wir“ und nicht von sich selbst, wenn es um die Hilfeleistungen geht, die von seinem Biohof in Busch in Zeiten der Juni-Flut ausgingen.

Das „Wir“ bezieht er auf die Gemeinschaft einiger Landwirte, aber insbesondere auf die Familie. Besonders stolz ist er auf seine beiden ältesten Söhne, Klaus und Jakob, die, als das Hochwasser über den Landkreis Stendal kam, 19 und 15 Jahre alt waren, nicht lang zögerten und anpackten. „Der Ältere ist viel mit dem Traktor unterwegs gewesen, der Jüngere half im Nachbarort Iden die Kindertagesstätte auszuräumen. “.

Dihlmann nutzte einfach die Möglichkeiten, die ihm zur Verfügung standen. Im Schloss Calberwisch, welches zu diesem Zeitpunkt ungenutzt war, konnten Bundeswehrsoldaten untergebracht werden. Auch die Scheune auf dem Hof in Busch diente als logistischer Knotenpunkt. „Wer auf unserer Seite der Deich gebrochen, hätte ich auch Hilfe angenommen“, sagt der Landwirt und erinnert sich an die lange Zeit angespannte Situation an der Deichfront bei Altenzaun. „Ich konnte mir vorstellen, wie es den Betroffenen ergeht“, begründet er sein Engagement, das des Weiteren darin mündete, dass unter Einsatz seiner Technik und Mitarbeiter Tiere vor dem Hochwasser westelbisch in Sicherheit zu bringen. Von Schönhausen wurden Tiere nach Goldbeck gebracht und sogar Bisons aus Wust transportiert. Mit dem Traktor war das eine Weltreise. „Teilweise blieben auf den Weideflächen meines Bruders Tiere bis in den Oktober hinein“, da die Flächen im Überflutungsgebiet rund um Fischbeck noch nicht von Abfällen und anderen Belastungen bereinigt waren.

Die Hochwassersituation mit all ihren Folgen bedurfte logistischen Meisterleistungen. Michael Dihlmann ist einer von denen, die sich dieser Aufgabe stellten. Auch wenn er sagt, dass er nicht einen Sandsack gefüllt habe, waren die Nächte kurz – Stroh musste umgelagert werden, Bigpacks für die Hubschrauber geliefert werden.

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